2. Die Abmessungen müssen möglichst exakt passen - Sitzbreite, Sitztiefe, Rückenhöhe, Unterschenkellänge (- Fuß-Auflage).
3. Radgröße - Traditionell neige ich sehr stark zu der Maxime: immer möglichst große Räder!
Ich riet jahrelang meiner Partnerin zu 26"-Hinterrädern, weil wir relativ häufig mit der
Straßenbahn fuhren - und Straßenbahnen haben nun einmal extrem hohe Stufen (das war vor
Einführung der Niederflurstraßenbahn). Heute sehe ich das etwas anders - unser persönlicher
Lebenswandel hat sich verändert, aber auch die Anforderungen wurden durch
behindertenfreundliche Verkehrsmittel weniger streng.
Bei den Vorderrädern sehen wir den Trend zu immer kleineren Rädern mit Sorge. Vor 10 Jahren
wurden Rollstühle standardmäßig mit 8 x 2"-VR ausgestattet; dann kamen 7 x 1 3/4" als
Maximum, und neuerdings gibt es zunehmend Stühle, an denen max. 6"-VR eingesetzt werden
können; auf Messen sieht man immer häufiger noch kleinere Vorderrädchen.
Ich wundere mich immer wieder, wie die Benutzer im Alltag damit zurechtkommen sollen.
Typisch erscheint mir eine Bekannte, die sich einen neuen Rollstuhl nur deshalb mit 6"-VR
ausstatten ließ, weil doch "die jungen Leute auf der Messe" alle mit sowas rumgerollt waren. In
ihrem Alltag war sie aber sehr unglücklich damit...
Mit Ach und Krach lassen sich an einigen Stühlen wenigstens die 8 x 1 1/4"-VR unterbringen,
die ich für einen guten Kompromiß zwischen Leichtgängigkeit und Durchmesser halte - der
Durchmesser der VR bestimmt nun einmal die Chancen, Hindernisse bzw. Schlaglöcher zu
überwinden.
Wünschenswert wären allerdings eher noch größere VR (--10"!).
4. Radposition Die Radposition entscheidet über die Lage des Schwerpunkts. Der Schwerpunkt sollte so knapp wie möglich vor der Hinterachse liegen; hier bestimmen vor allem Körper- und Rollstuhlbeherrschung, aber auch sehr stark der subjektive Faktor Angst.
5. Sitzneigung
6. Seiten- und Rückenhalt
Hier gilt: soviel Freiheit wie möglich, soviel Stütze wie nötig.
Bei der Bestimmung der Sitzbreite gilt: Der Rollstuhl darf nicht breiter sein als die Hüftbreite bei
normaler Bekleidung. Wenn manche Benutzer ihre Rollstuhlbreite "auf Zuwachs" kalkulieren
(sich mit ihrer dicksten wattierten Jacke ausmessen lassen), so hat das entscheidende Nachteile.
Zum einen gibt ihnen der Rollstuhl dann kaum Halt - und er wird unnötig breit. Zum einen wird
dadurch die Antriebsmöglichkeit (Handposition an den Greifreifen) negativ beeinflußt, zum
anderen wird das Außenmaß, die Gesamtbreite, unnötig groß.
In gewissen Grenzen ist die Gesamtbreite auch durch andere Maßnahmen zu beeinflussen. Viele
Stühle haben einen negativen Sturz - das ist sicher nicht sinnlos, aber schlanker wird der Rolli
dadurch nicht. Durch weitere Veränderungen im Bereich der Lochplatte lassen sich - bei
gleichbleibender Sitzbreite! durchaus 4-6 cm Gesamtbreite einsparen.
Eine weitere überlegung bezieht sich schließlich auf die optische Erscheinung: "so wenig
Rollstuhl wie möglich" wünschen sich viele Benutzer. Sie wollen nicht "im Rollstuhl" sitzen, also
nicht weitgehend von Blech und Stahl umgeben sein, sie wollen eher auf einem Rollstuhl sitzen.
(wird weiter ausgebaut!)