Inhaltsverzeichnis
* EURO rückt in reifbare Nähe; die neuen
EURO Banknoten wurden
vorgestellt
* Zu dieser Jubiläumsausgabe; 50. Ausgabe von
BIZEPS-INFO
* Diskriminierungen behinderter Menschen beenden!;
Referat Dr.
Schönwiese
* FILM: Am 8. Tag; Geheimnisse der Schöpfungsgeschichte
* SPALTE: PLUS; Abgeordneter Feurstein zum Pflegegeld
* Zum Thema "behinderte Menschen" sprachen
...; Die neue Regierung
* Franz Christoph (1953 - 1996); ein wichtiger deutscher
Aktivist ist
gestorben
* FILM: Jenseits der Stille
* SPALTE: OTTO STÄNKERER; Kinobesuche im Rollstuhl
- aussichtslos!?
* AUS DEM AUSLAND; Kurzbeiträge aus verschiedenen
Ländern
* SERVICEBOX; Kinoliste, Mautregelung
* BUNDESLÄNDERFORUM; Kursbeiträge aus Österreich
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EURO rückt in reifbare Nähe
Die Entwürfe für die neuen EURO Banknoten
wurden vorgestellt. Sind sie
für sehbehinderte und blinde EuropäerInnen
benützbar?
[MK] Ein sehr wichtiger Bereich des selbstbestimmten
und selbständigen
Lebens sehbehinderter und blinder EuropäerInnen
ist die Abwicklung des
Zahlungsverkehrs.
Von besonderer Bedeutung ist hierbei der selbstbestimmte
und
unabhängige Umgang mit Banknoten, da diese zumeist
einen höheren
Geldwert repräsentieren als die im Alltag am
häufigsten verwendeten
Geldmünzen und wegen ihrer Ausgestaltung meist
schwer voneinander zu
unterscheiden sind.
Die derzeit verwendeten Schilling-Banknoten sind
vor allem durch ihre
Grösse voneinander zu unterscheiden; dabei sei
aber gesagt, daß diese
Unterscheidung am sichersten mit einem Hilfsmittel,
dem sog. Cash-Test
, einer Schablone, mit der an Hand der Geldscheinlänge
die jeweilige
Banknote identifiziert werden kann, gelingt.
Leider wurde in Österreich auf andere Unterscheidungskriterien,
wie
etwa die auffällige farbliche Gestaltung, die
Verwendung von deutlich
les- bzw. tastbaren Symbolen oder Ziffern, nicht
geachtet, was die
Handhabung vor allem für sehbehinderte Menschen
erschwert, ja sogar bei
normalsichtigen Menschen zu Verwechslungen führt.
In diesem Zusammenhang hat sich auch der Verein Blickkontakt
(Interessengemeinschaft sehender, sehbehinderter
und blinder Menschen)
bemüht, in Erfahrung zu bringen, wie es um die
Handhabbarkeit, sprich
Unterscheidbarkeit des EURO bestellt sein wird.
Das Ergebnis war, so viel sei vorweg gesagt, im Prinzip
erfreulich.
Laut einer Information des Europäischen Währungsinstituts
(EWI) wie der
Österreichischen Nationalbank (ÖNB) ist
bei der Gestaltung der
EURO-Banknoten besonders auf die Anforderungen von
sehbehinderten und
blinden Menschen Rücksicht genommen worden;
dies verwundert auch nicht,
wenn man bedenkt, daß ca. 7 Mio EU-BürgerInnen
(ca. 2 %) in erhöhtem
Maße sehbehindert sind.
Als Orientierungshilfe für das Design von Banknoten
wurde - BIZEPS-INFO
berichtete - von der European-Blind-Union (EBU) ein
Katalog an
Mindeststandards entwickelt. Dieser stimmt mit dem
vorliegenden
Gestaltungskonzept des EWI nur in wenigen Punkten
nicht überein.
Vier Kriterien
der Unterscheidbarkeit wurden dabei vom EWI in Zusammenarbeit
mit
Interessensvertretungen sehbehinderter und blinder
Menschen festgelegt:
1. unterschiedliche Abmessungen der Banknoten
Die unterschiedlichen Abmessungen bieten wieder die
Möglichkeit, die
Banknoten voneinander sicher zu unterscheiden; dabei
werden die
Banknoten von
5 bis 500 EURO ansteigend jeweils um
6 bis 7 mm länger. Die Breite bleibt bei 100,
200 und 500 EURO gleich.
Es ergeben sich folgende Größen:
5 EURO: 120 mm x 62 mm
10 EURO: 127 mm x 67 mm
20 EURO: 133 mm x 72 mm
50 EURO: 140 mm x 77 mm
100 EURO: 147 mm x 82 mm
200 EURO: 153 mm x 82 mm
500 EURO: 160 mm x 82 mm
Seitens der EBU wird ein Breiten- als auch Längenunterschied
von
mindestens 5 mm gefordert; dieses Erfordernis wird
bezüglich der Breite
der Banknoten also nicht erfüllt.
Wesentlich ist aber vor allem, daß die verschiedenen
Längen eine
Unterscheidung sowohl durch das Vergleichen beim
Aneinanderlegen als
auch mittels eines Cash-Test ermöglichen. Es
sei noch angemerkt, daß
der Geschäftsführer der Firma CARE-TEC,
Dr. Dietmar Litschl, der den
Cash-Test entwickelt hat, nach einem Gespräch
mit der ÖNB sagen kann,
daß auch bereits geplant ist, für den
EURO einen Cash-Test zu
produzieren.
2. unterschiedliche Hauptfarben der Banknoten
Für sehbehinderte Menschen, vor allem auch alte
Menschen, wird die
auffallende Farbgestaltung von Vorteil sein, wobei
allerdings erst nach
einer Gewöhnungsphase die Assoziation einer
bestimmten Farbe mit dem
jeweiligen Betrag möglich sein wird.
Die unterschiedlichen Hauptfarben sind: 5 EURO: grau,
10 EURO: rot, 20
EURO: blau, 50 EURO: orange, 100 EURO: grün,
200 EURO: gelblichbraun,
500 EURO lila.
Auch seitens der EBU wurde eine Farbgestaltung gefordert,
die eine
problemlose Unterscheidung ermöglicht. Diesem
Erfordernis wurde
weitestgehend Rechnung getragen.
3. Tasteigenschaften des Drucks
Die Tastbarkeit des Drucks wird versucht, durch ein
gut tastbares
Farbrelief im Wege eines Stichtiefdruckverfahrens
zu verwirklichen.
Erfahrungsgemäß sind derlei tastbare Symbole
am unzuverlässigsten, da
dazu besondere Geübtheit im Erkennen tastbarer
Symbole erforderlich ist
und sich diese Reliefdarstellungen durch die starke
Beanspruchung von
Banknoten (Abgreifen, Zusammenlegen, ...) abnutzen.
4. deutlich erkennbare und lesbare Ziffern
Ebenfalls den Bedürfnissen sehbehinderter Menschen
kommt entgegen, daß
auf beiden Seiten der Banknoten und jeweils an derselben
Stelle große
und deutlich lesbare Ziffern angebracht werden, die
außerdem noch dazu
dienen, die Richtung anzuzeigen, in der Banknoten
in Automaten
einzuführen sind.
Diesbezüglich muß man sagen, daß
hier erstmals auch auf einen
Anwendungsfall Rücksicht genommen wurde, der
insbesondere im Zuge der
Emanzipierung behinderter Menschen zunehmend wichtig
wird. Alles in
allem kann man mit dieser Banknotengestaltung zufrieden
sein. Bleibt
nur abzuwarten, ob der EURO letztlich wirklich kommt.
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Zu dieser Jubiläumsausgabe
[ML] Es erfüllt uns mit Stolz und Freude, daß
Sie jetzt die 50. Ausgabe
von
BIZEPS-INFO in den Händen halten.
"Wozu noch
eine Behindertenzeitung?"
So oder so ähnlich wurde im September 1992,
anläßlich der ersten
Ausgabe von BIZEPS-INFO, gefragt. Mit einer Auflage
von 830 Exemplaren
und dem Vorhaben, monatlich Informationen auf einem
A4 Blatt zu
liefern, hat alles begonnen.
Doch schon nach kurzer Zeit wurde unsere Zeitschrift
dank der
Informationen geschätzt und wir erhielten viele
Reaktionen, die uns
anspornten, für Sie noch besser zu werden. Heute
erhalten Sie monatlich
(zumindest) acht A4 Seiten, und auch die Auflage
konnten wir
vervielfachen.
Wir sind nicht objektiv !
Wie sagte schon Dagobert Lindlau: "Ich glaube
an zwei Dinge. Ein Autor
soll nicht lügen. Und der Anspruch, objektiv
sein zu können, ist eine
Lüge." Daher wollen wir auch nicht objektiv
sein. Wir berichten aus dem
Blickwinkel der Betroffenen. Darauf sind wir stolz,
daran werden wir
festhalten.
Wir wollen aber noch mehr. Mark Twain beschrieb einmal
das Wesen einer
guten Zeitung so: "Zeitungen sollen nicht nur
berichten, was geschieht;
sie sollen die Leute auch dazu anhalten, aktiv zu
werden." Wir
versuchen dieses Ziel zu erreichen, und Ihre Reaktionen
zeigen uns
erfreulicherweise immer wieder, daß uns dies
gelingt.
Service ist uns wichtig !
Den Vorteil monatlich zu erscheinen nützen wir
für Sie aus. Wir
versuchen immer aktuell und prägnant zu informieren.
Auch unser Service
möchten wir noch weiter verbessern. Ab dieser
Ausgabe von BIZEPS-INFO
werden wir monatlich wichtige Informationen gebündelt
in der SERVICEBOX
anbieten.
Papier, Diskette oder Internet
Wußten Sie, daß es BIZEPS-INFO seit einem
Jahr im Internet gibt?
http://www.bizeps.or.at/behinderte/
Keine Angst, es wird auch in Zukunft eine gedruckte
Version und eine
Version auf Diskette - für blinde Menschen -
geben. Gedankt sei an
dieser Stelle den MitarbeiterInnen von REHA-DRUCK
für das prompte
Drucken und Versenden von BIZEPS-INFO.
DANKE !
Besonders bedanken möchten wir uns bei Ihnen,
sehr geehrte LeserInnen!
Sie haben uns durch Ihre Reaktionen laufend angespornt,
besser zu
werden. Ihre zahlreichen Telefonate und LeserInnenbriefe
freuten uns
und halfen uns BIZEPS-INFO so zu erstellen, wie Sie
es vor sich liegen
haben.
Ihre regelmäßigen Spenden ermöglichen
das Erscheinen und sind
letztendlich für den Erfolg dieser Zeitung mitentscheidend.
Und Sie
zeigen uns deutlich, daß Sie mit unserer Leistung
zufrieden sind und
hinter uns stehen. Das ist eine Herausforderung für
uns. l
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Wir sind für Sie da !
BIZEPS-Behindertenberatungszentrum
Zentrum für Selbstbestimmtes Leben
Kaiserstraße 55/3/4a, 1070 Wien
Mo - Do von 10 bis 16 Uhr
Beratung nur nach Voranmeldung
Tel.: (++43-1) 523 89 21, Fax: 523 89 21-20
Email: bizeps@magnet.at und bizeps@blackbox.at
BIZEPS-INFO ONLINE http://www.bizeps.or.at/behinderte/
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Diskriminierungen behinderter Menschen beenden !
Im Folgenden Auszüge eines Referates von Dr.
Volker Schönwiese beim
Hearing für ein Gleichstellungsgesetz am 17.
Oktober 1996 im Parlament.
[VS] Behinderte Menschen sind die letzte gesellschaftliche
Gruppe in
Österreich, deren Bürgerrechte noch nicht
anerkannt sind. Behinderung
muß als ein politisches Phänomen und als
ein Phänomen betrachtet
werden, wie die Gefühle gegenüber behinderten
Menschen in politischen
Systemen entstanden sind und entstehen.
Um hier Erklärungen zu finden, also den Regelkreis
zwischen abwertenden
und diskriminierenden Gefühlen gegenüber
behinderten Menschen zu
erklären, die den Alltag von behinderten Menschen
dominieren, müssen
wir von der Bedeutsamkeit von Angst vor Behinderungen
und von
Projektionen reden. Projektion meint, daß wir
in andere Menschen das
hineinlegen, vor dem wir die größte Angst
haben, z. B. das, was wir
selbst an uns ablehnen, nicht wollen oder etwas,
das uns bedroht.
Niemand will unschön/ekelerregend aussehen,
niemand will unglücklich
sein, niemand will krank werden, alle haben Angst
vor dem Tod. Alle
diese angstbesetzten Themen, mit denen wir so schwer
in unserer Welt
der perfekten Ansprüche an den arbeits- und
konsumfähigen Menschen
umgehen können, verdrängen wir alltäglich,
wollen sie von uns ferne
haben.
Ganz verdrängen können wir sie nicht und
es ist aus allen unseren
Erfahrungen festzustellen, daß behinderten
Menschen gefühlsmäßig mit
diesen Themen identifiziert werden.
Sie werden es kaum glauben, wie oft ich in alltäglichen
Gesprächen mit
mir unbekannten Personen - z. B. im Park in der Sonne
sitzend -
angesprochen werde, und es geht sofort, ohne daß
ich es will, um
Krankheit, Elend und Tod. Behindert sein wird mit
allem Elend der Welt,
das einem selbst betreffen kann, identifiziert.
Dieses historisch entstandene Gefühl ist die
Basis der täglichen
Aussonderung und Diskriminierung von behinderten
Menschen. Dieses
Abladen von Problemen bei behinderten Personen kann
nur funktionieren,
wenn deren Probleme nicht im akzeptablen Ausmaß
gelöst werden.
Es gibt ein meist unbewußtes Interesse, daß
die gesellschaftlichen
Probleme behinderter Menschen nicht gelöst werden,
das sich im
Vergessen der Berücksichtigung der Bedürfnisse
von behinderten Menschen
auf Zugang zu allen gesellschaftlichen Einrichtungen
zeigt.
Wir stoßen in unseren politischen Aktivitäten
immer wieder auf dieses
Phänomen, daß wir "vergessen"
werden, es Abwehr gibt, sich mit von uns
Behinderten gestellten Fragen auseinanderzusetzen.
Es wurde "vergessen"
hier einen Gehsteig abzuschrägen, es wurde "vergessen"
hier einen Lift
einzubauen, ...
Und das alles trotz vorhandener Erlässe, die
"vergessen" werden und die
nicht einklagbar sind. Dieses Vergessen und Verdrängen
ist eine aktive
Strategie des Weg-Haben-Wollens, ist die Basis für
alle Formen von
Aussonderungen, Mißachtungen und Diskriminierungen
von behinderten
Menschen in allen Lebensbereichen, es ist aber auch
die Basis für
eugenisches Denken - die Vorstellung, behinderte
Menschen stören oder
vernichten einen gesunden Volkskörper - es ist
die Basis für
"Euthanasie", die ja schon wieder diskutiert
wird.
Es ist im gesellschaftlichen und politischen Alltag
klar, daß es bei
uns Rassismus und Antisemitismus gibt, es ist klar,
daß es Sexismus
gibt und daß es hier politischen Handlungsbedarf
gibt, so wie manche
PolitikerInnen mit diesen Gefühlen politisch
arbeiten und Menschen
gegeneinander aufbringen (siehe Ausländerhetze).
Es ist im politischen Alltag nicht klar, daß
es eine ähnliche Haltung
gegenüber behinderten Menschen gibt, für
die es auch kein übliches Wort
gibt, die man aber am besten in Anlehnung an amerikanische
Formulierungen "Handicapismus" nennen könnte.
Handicap kommt von Kappe in der Hand, kommt vom Betteln.
Handicapismus
ist die unbewußte Haltung vergleichbar mit
Rassismus und Sexismus, die
behinderten Menschen gleiche Rechte verweigert, die
Behinderte im
Status von abhängigen, auf Gnade und Mildtätigkeit
(Spenden)
angewiesene Personen hält - Handicapismus ist
die Haltung, die
Behinderung erzeugt.
Wir in der Selbstbestimmt-Leben Bewegung sprechen
davon, daß wir nicht
behindert sind, sondern behindert werden. Behinderte
Menschen werden
unter dem Einfluß von Diskriminierungen vielfach
zu dem, was man ihnen
von vornherein unterstellt, daß sie es sein
könnten.
Entscheidend ist, daß die Abwertung von behinderten
Menschen, die
Verminderung von Lebenschancen bis zu neuen "Euthanasie"-Tendenzen
strukturelle, politische Hintergründe haben.
Beide Tendenzen sind nämlich heute erkennbar:
Es gibt sichtbare
Fortschritte in der Integration und in der Beachtung
der Menschenwürde
von behinderten Menschen und es gibt gleichzeitig
eine Zunahme an
direkter persönlicher Gewalt gegen behinderte
Menschen bis zur direkten
Formulierung von Tötungswünschen.
Integration und Achtung gleicher Rechte müssen
politisch durchgesetzt
werden.
Wenn wir das nicht betreiben, arbeiten wir der indirekten
oder direkten
Vernichtung von Lebensmöglichkeiten für
behinderten Menschen bis zur
"Euthanasie" zu. l
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Geheimnisse der Schöpfungsgeschichte
[HS] Am achten Tag schuf Gott die Mongolen. Das hat
unsere Welt bis
heute nachhaltig durcheinandergebracht. Darum wurde
die
Schöpfungsgeschichte bei sieben gekappt und
die Mongolen steckten wir
in Heime, damit sie die heile Welt vor und auf dem
Silberschirm nicht
durcheinanderbringen.
Seither wissen wir wenig von den Mongolen, und neuerdings
sprechen wir
behindertenpolitisch korrekt von Down Syndrom oder
Trisomie, womit das
Mongolen-Problem überhaupt gelöst, nämlich
aufgelöst ist.
Aber da gibt es noch einen belgischen Filmemacher,
Jaco van Dormael,
der irgendwie von den neueren Entwicklungen noch
nicht Wind bekommen
hat. Also machte er einen Film über den achten
Tag und die Mongolen,
und so kommt Georges der Mongole auf den Schirm und
bringt alles
durcheinander.
Vor allem bei einem sonst straighten Manager namens
Harry. Georges
läuft Harry in die Quere, das heißt, der
Hund, der Georges begleitet,
läuft Harry in seinen Mercedes und da Harry
zwar viel am Hals aber
schließlich doch ein Herz hat, nimmt er Georges
mit zur Polizei, damit
der entlaufene Mongole wieder zurück in sein
Heim und die Welt wieder
in Ordnung kommt.
Dabei ist bei Harry auch nicht alles so in Ordnung,
wie sein untadelig
unmongolisches Aussehen und Verhalten nahe legen
würde. Die Frau mit
den zwei Töchtern ist ihm davon, und Harry leidet,
aber doch nicht so,
als daß er seinen Manager-Job vernachlässigen
würde. Und da soll er
sich auch noch um Georges den Mongolen kümmern,
der ausgebuchst ist,
weil er seine Mutter vermißt.
Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Georges
ist ganz unmöglich
mongolisch, was Harry zwar zur Verzweiflung, aber
langsam zu Verstand
(und Gefühl) bringt. Denn für Nicht-Mongolen
wie Harry gibt es in
dieser Welt Lösungen, auch wenn sie diese erst
von den Mongolen lernen
müssen.
Für Mongolen wie Georges gibt es keine Lösungen,
wenn die liebende
Mutter nicht mehr in dieser Welt ist. Also stürzt
sich Georges
schlußendlich vom Dach, nachdem er Harry den
Weg gezeigt hat, obwohl
doch eigentlich Harry ihm den Weg hätte zeigen
sollen. Womit die Welt,
die von der Schöpfungsgeschichte des achten
Tages nichts wissen will,
wieder ins Lot kommt.
Für konventionelle Filmkritik ist all das ein
bissl wirr und höchstens
"Edelkitsch" (Spiegel). Mag sein. Zu sehen
ist jedenfalls: Eine
großartige schauspielerische Leistung eines
Mongolen (Pascal Duquenne),
was es doch eigentlich gar nicht geben kann. Die
Moral der Geschichte
ist, in Hinblick auf die Nicht-Mongolen, tatsächlich
ein wenig mit dem
Holzhammer gestrickt. Aber vielleicht können
Männer, zumindest in der
Filmwelt, nur mit Hilfe von Mongolen und anderen
merkwürdigen Völkern
zu Verstand und Gefühl kommen (in Rainman, z.
B.).
Für die Mongolen (und andere merkwürdige
Völker) ist die Moral der
Geschichte leider auch mit dem Holzhammer gestrickt
- die stürzen sich
in den Tod, wenn der einzige Mensch, der sie versteht,
nicht mehr für
sie da ist. Das ist leider nicht nur Edelkitsch,
denn selbst in so
kleinen Ländern wie diesem findet sich wenigstens
ein-, zweimal im Jahr
eine Zeitungsnotiz ähnlicher Bauart. l
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SPALTE: PLUS
[MS] Nicht der dafür zuständige Sozialminister,
sondern der damalige -
und für das behindertenfeindliche Sparpaket
hauptverantwortliche -
Finanzminister, sprach sich am 7. Jänner 1997
dafür aus, die
Sozialausgaben 1998 und 1999 auf das Niveau 1997
einzufrieren.
Das würde für mehr als 300.000 hilfs- und
pflegebedürftige Menschen
bedeuten, daß das Pflegegeld wieder nicht valorisiert
wird.
Es würde weiters bedeuten, daß, geht es
nach Klima, die im Sparpaket
eingeführten menschenverachtenden Kürzungen
und Verschlechterungen
nicht zurückgenommen werden.
In wohltuenden klaren Worten nahm dazu umgehend der
Sozialsprecher der
ÖVP, Nationalratsabgeordneter Dr. Gottfried
Feurstein Stellung: Er
betonte unmißverständlich, daß das
zwei Jahre hintereinander nicht
erhöhte Pflegegeld im nächsten Jahr wieder
valorisiert werden müsse.
Zu der von Klima abermals geforderten Erhöhung
der Treffsicherheit von
Sozialleistungen meinte Feurstein:
"Ich sehe derzeit keinen Bereich, wo man wesentliche
Veränderungen
machen könnte." Er könne sich grundsätzlich
nicht vorstellen, daß ein
Sparprogramm im Sparbereich "bei den Einzelleistungen
anfängt".
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Zum Thema "behinderte Menschen" sprachen
...
... anläßlich des Ausscheidens aus der
Bundesregierung der ehemalige
Minister SCHOLTEN:
[profil 5/97] "Worauf ich stolz bin und was
öffentlich kein Thema war,
ist die Integration behinderter Kinder in der Schule.
... Wenn in 15
Jahren Tausende nichtbehinderte Kinder in Österreich
jahrelang mit
Behinderten in einer Klasse gesessen sein werden,
dann haben die einen
anderen Zugang zu Behinderten, als wir ihn hatten."
... anläßlich der Pflegegelddis-kussion
die neue Sozialministerin
HOSTASCH:
[Standard, 12.1.96] Arbeiterkammer
Präsidentin Hostasch zum Beschäftigungsverhältnis:
"Man muß sich das
allerdings gut überlegen. Schließlich
macht man damit den Pflegling zum
Arbeitgeber. Besonders in den hohen Pflegestufen
sind Menschen aber nur
beschränkt handlungsfähig."
... anläßlich der sehr starken Kürzungen
und Verschlechterungen beim
Pflegegeld der neue Bundeskanzler KLIMA:
[SK, 25.3.96] Sein Lob sprach Finanzminister Klima
Sozialminister Franz
Hums aus, "dem es mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen
gelungen
ist, in seinem Ressort ausschließlich sozial
verträgliche Einsparungen
vorzunehmen".
Als Beispiel nannte er hier den Bereich Pflegegeld,
wo man niemandem
etwas weggenommen habe, sondern die Kostenexplosion
lediglich durch so
sanfte Maßnahmen, wie die Streichung des Geldes
bei einem
Spitalsaufenthalt, eingedämmt habe.
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Franz Christoph (1953 - 1996)
[MS] Er hat uns für ewig verlassen. Er war ein
Unbequemer gewesen,
gegenüber Nichtbehinderten, aber auch zu seinen
behinderten
FreundInnen, und er konnte dabei auch übers
Ziel schießen. Deshalb
haben ihn zuletzt viele gemieden. Das heißt
aber nicht, daß er mit
seiner radikalen Konsequenz immer falsch lag.
Franz war aktiver Teilnehmer am Hungerstreik im Bremer
Rathaus, als der
Behindertenfahrdienst eingestellt werden sollte.
Er war es, der zum
Auftakt des "Jahres der behinderten Menschen"
1981 seine Krücke dem
deutschen Bundespräsidenten Carstens vor sein
Schienbein knallte, und
er protestierte gegen die euthanasiefreundliche Haltung
der "ZEIT",
indem er sich an die Eingangstüren des Redaktionsgebäudes
kettete.
Seine zahlreichen Aktivitäten waren begleitet
von einer regen
publizistischen Tätigkeit, u. a. war er 1979
Mitbegründer der
legendären "Krüppelzeitung".
Der
Tod von Franz Christoph ist ein großer Verlust
für die deutsche
Behindertenbewegung. Wir trauern mit unseren FreundInnen.
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Jenseits der Stille
[MH] Der Film von Caroline Link erzählt die
Geschichte von Lara. Ihre
Eltern sind gehörlos, und so muß das Mädchen
von klein auf den
Dolmetscher spielen, und das in seltsamen Situationen:
auf der Bank,
beim Telefonieren, ja sogar den Rüffel ihrer
Lehrerin muß Lara für ihre
Eltern übersetzen.
Zu ihrem Vater Martin hat sie ein sehr intensives
Verhältnis, sie baut
für ihn in der Gebärdensprache Brücken
zur Welt der Hörenden. Umso
entsetzter ist er, als Lara eine neue Leidenschaft
entdeckt: die Musik.
Gefördert durch ihre extravagante, hörende
Tante Clarissa entwickelt
sich Lara zu einer erstklassigen Klarinettistin,
argwöhnisch beäugt von
ihrem Vater, dem sich die unbekannte Welt der Töne
nicht erschließen
will.
Doch Lara setzt sich gegen den Willen von ihrem Vater
durch und zieht
nach Berlin, um dort ein Studium an der Musikhochschule
zu beginnen.
Mehr als einmal steckt die Geschichte in Gefahr,
entweder im
Hollywood-Kitsch à la "Gottes vernachlässigte
Kinder" oder in der
Grauzone des öden Problemfilms zu versinken.
Doch die Hindernisse
werden fabelhaft überwunden, letztendlich erreichen
den ZuschauerInnen
Momente der Poesie, wie sie im Kino selten geworden
sind.
Der Hintergrund der Geschichte ist die Gehörlosigkeit,
aber nicht das
Thema. Lara hat die Probleme von jedem Teenager,
der erwachsen wird,
und die nur durch die Abhängigkeit ihrer Eltern
von ihrer
Dolmetscherkunst verstärkt werden.
Dennoch ist das "Gehörlosenmilieu"
im Film präsent und feinfühlig
dargestellt. Jenseits der Stille taucht in eine den
Hörenden unbekannte
Welt und zeigt deren komische und tragische, deren
anrührende und
absurde Seiten. Ganz nebenbei bietet der Film auch
hinreissende Musik,
im Stile Klesmer. l
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SPALTE: OTTO STÄNKERER
Kinobesuche im Rollstuhl - aussichtslos!?
Vor einigen Jahren war ich noch leidenschaftliche
Kinogeherin, doch
seit Kinobesitzer und Billeteure bemerkt haben, daß
es ein Gesetz gab,
das es verboten hat, RollstuhlfahrerInnen alleine
(ohne Begleitperson)
eine Vorstellung besuchen zu lassen, wurde einem
das Kinogehen ganz
schön vermiest. Nachdem sich die Vorfälle
gehäuft hatten, daß
RollstuhlfahrerInnen der Kinos verwiesen wurden,
initiierten die
Betroffenen, daß das Veranstaltungsstättengesetz
abgeändert wurde und
es nun nicht mehr notwendig ist, eine Begleitperson
dabeizuhaben.
So passierte es vor wenigen Wochen, daß ich
mit meiner Begleitperson
einen Film im Kollosseumkino besuchen wollte, was
meiner Ansicht kein
Problem sein konnte, denn der Film war in einem Kinosaal
im Erdgeschoß
und die Stufe beim Eingang wurde seit meinem letzten
Besuch in eine
Rampe umgewandelt.
Denkste - der Herr an der Kasse meinte freundlich,
aber bestimmt, daß
er an RollstuhlfahrerInnen
KEINE Karten verkaufen dürfe und holte auf mein
"Warum?" sofort den
Geschäftsführer. Dieser sagte, daß
in seinem Kino keine Plätze für
RollstuhlfahrerInnen vorgesehen sind, worauf ich
einwarf, daß ich mich
auf einen Sessel setzen kann, er: "Das ändert
nichts an der Tatsache,
daß sie invalid sind."
Daraufhin fuhren wir ins Elite-Kino, wo wir, trotz
dreier Stufen,
Karten verkauft bekamen. Ich frage mich, wie oft
das Gesetz noch
abgeändert werden muß, bis Geschäftsführer
keine Ausrede mehr haben,
RollstuhlfahrerInnen reinzulassen. Kinobesuche sind
derzeit anscheinend
reine Ermessensfragen von KassierInnen und GeschäftsführerInnen,
nicht
aber von Menschenrechten.
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AUS DEM AUSLAND
Unerhört
[Selbstbestimmt 6/96] Ausgangspunkt war die Äußerung
des ehemaligen
Bürgermeisters Kippers von Hildburghausen/Deutschland
während einer
Dienstberatung vor mehreren Zeugen, er wolle "Alte
und Behinderte mit
einem Bus, dessen Abgase nach innen geleitet würden,
solange durch die
Stadt fahren, bis sie entweder umfielen oder aus
Luftmangel an die
Scheiben klatschten".
Das Sonneberger Amtsgericht sah in dieser Äußerung
nicht einmal den
Tatbestand der Volksverhetzung, sondern stellte das
Verfahren gegen
Zahlung einer Strafe von 15.000 DM ein.
Kipper nahm dieses Urteil mit Genugtuung an und konnte
sich das Lachen
nicht verbeißen. Die Behindertenverbände
aus Sonneberg und Suhl
protestieren gegen dieses Urteil auf´s Schärfste.
Wir als Jenaer
Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter
Menschen schließen uns
dem an.
Wir müssen uns fragen, ob es wieder so weit
ist, daß sozial Schwächere,
Behinderte und alte Menschen straflos in den Dreck
getrieben werden
dürfen? Ob die vielen Opfer deutscher "Euthanasie"
schon vergessen
sind? Oder ist der hart erkämpfte Zusatz zu
Artikel 3 Grundgesetz
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt
werden." nur eine
Farce?
Gleichstellungsinitiative
[ASKIO-PD 6/96] Am 30. November 1996 haben sich in
Freiburg/Schweiz 180
Personen, darunter die weitaus überwiegende
Zahl Direktbetroffener, zu
einer zweisprachigen Tagung zusammengefunden, die
sich in Referaten,
Plenumsdiskussionen und Workshops
intensiv mit den Hintergründen und Perspektiven
der parlamentarischen
Initiative "Gleichstellung der Behinderten"
befaßte. Die
TeilnehmerInnen arbeiteten in Workshops Strategien
aus, wie dieses
Anliegen in Hinblick auf eine kommende Volksabstimmung
frühzeitig
landesweit bekanntgemacht werden kann.
Die Freiburger Tagung machte klar, daß die
Gleichstellungsforderung
unter den Betroffenen aus allen Landesgegenden und
Behinderungsgruppierungen auf lebhafte Zustimmung
und
Unterstützungsbereitschaft stößt,
die - sollte der parlamentarische
Vorstoß keine Früchte tragen - bis zur
Lancierung einer eigenen
Volksinitiative geht.
Auch an Argumenten herrscht offensichtlich kein Mangel.
Ein
Hauptanliegen der Behindertenbewegung muß es
jetzt sein, nicht nur auf
gesamtschweizerischer, sondern auch auf regionaler
Ebene bewegliche
behinderungsübergreifende Strukturen zu schaffen
(wo diese noch nicht
vorhanden sind), um die Gleichstellungsforderung
wirkungsvoll im
engeren geographischen Umfeld zu popularisieren -
und umzusetzen!
"Euthanasie"-Gedenkstätte in Brandenburg/Deutschland
[Randschau 4/96] An die Massenvernichtung behinderter
Menschen im
Faschismus soll eine Gedenkstätte in Brandenburg
an der Havel erinnern.
Hier befand sich seit Januar 1940 die erste der sechs
Tötungsanstalten
der "Euthanasie"-Aktion; über 9.000
Menschen wurden vergast.
Forum
Das Forum Selbstbestimmter Assistenz behinderter
Menschen soll die
Interessensvertretung Behinderter mit persönlicher
Assistenz in
Deutschland verbessern und Gesetzgebung und Verwaltungspraxis
beeinflussen. Weitere Informationen erhalten Sie
bei: Elke Bartz,
Nelkenweg 5, D-74673 Mulfingen, Email: e.bartz@lnk-cr.bawue.cl.sub.de
Irland: Ministerium für Gleichberechtigung
[MS] Die irische Verfassung aus dem Jahre 1937 enthielt
zwar eine
allgemeine Gleichheitsbestimmung, behinderte Menschen
kamen darin aber
nicht vor.
1993 wurde von der neuen Koalitionsregierung das
Ministerium für
Gleichberechtigung und Rechtsreform geschaffen, zu
dessen Aufgaben es
zählt, die Rechte behinderter Menschen zu fördern.
Im November 1993
bildete der Minister für Gleichberechtigung
und Rechtsreform eine auf
höchster Ebene angesiedelte Kommission zum Status
von Menschen mit
Behinderungen. Ziel war herauszufinden, wie behinderte
Menschen leben
und Verbesserungsvorschläge zu machen.
Der Kommissionsbericht ist im November 1996 unter
dem Titel "Eine
Strategie für Gleichstellung" erschienen
und stellt fest, behinderte
Menschen werden in Irland als "Bürger 2.
Klasse behandelt".
Der Bericht empfiehlt u. a. eine Änderung der
Verfassung, um das Recht
auf Gleichheit zu garantieren sowie die Schaffung
eines
Anti-Diskriminierungsgesetzes. Geplant ist, daß
die Kommission einen
Entwurf über ein Anti-Diskriminierungsgesetz
vorlegen wird. l
Finnlands Gleichberechtigungsgesetz
[MS] Im Jahre 1988 ist in Finnland das Gesetz über
Dienstleistungen und
Unterstützungen für behinderte Menschen
in Kraft getreten. Das
Hauptziel ist die Verbesserung der Fähigkeit,
als gleichberechtigtes
Mitglied der Gesellschaft zu leben und zu handeln.
Dieses Gesetz wird daher auch als "Gleichberechtigungsgesetz
für
Behinderte" bezeichnet. Mit diesem Gesetz wird
den meisten
schwerbehinderten Menschen das Recht auf bestimmte
Dienstleistungen und
Unterstützungen (Verkehrsmittel oder Dolmetscherdienste)
eingeräumt.
Im Zuge der Verfassungsreform wurde 1995 eine Bestimmung
im Abschnitt
5, § 2 in die Verfassung aufgenommen, derzufolge
"niemand aufgrund ...
von Behinderung unterschiedlich behandelt werden
darf".
Erlaubt sind auch positive Formen der Diskriminierung
und Maßnahmen zur
Verbesserung einer Gruppe. Der zweite Teil dieser
Reform, der im
September 1995 in Kraft getreten ist, enthält
eine Erweiterung des
Anwendungsbereiches: Kapitel 11, Abschnitt 9 umfaßt
eine Klausel, kraft
derer "jeder verurteilt werden kann, der in
seiner wirtschaftlichen
oder beruflichen Tätigkeit ... ohne annehmbaren
Grund:
* eine andere Person nicht unter den allgemein üblichen
Bedingungen
bedient,
* einer anderen Person den Zugang zu Freizeitaktivitäten
oder zu einer
öffentlichen Zusammenkunft verweigert oder sie
hievon ausschließt oder
* eine andere Person aufgrund von Rasse ... in eine
offensichtlich
differenzierte oder schwächere Position bringt."
Bei dieser Bestimmung handelt es sich um ein allgemeines
Diskriminierungsverbot. Diskriminierung aufgrund
einer Behinderung ist
mittlerweile ebenfalls strafbar.
Dies sollte nach Meinung der Betroffenen eine Verbesserung
der
rechtlichen Situation herbeiführen.
Menschen, welche sich der Gebärdensprache bedienen
oder Dolmetscher-
bzw. Übersetzungsdienste benötigen, werden
durch ein neues Gesetz
geschützt. Darin wird die Zeichensprache als
ein den gesprochenen
Sprachen gleichwertiges Sprachsystem betrachtet und
das Recht darauf
als ein Grundrecht angesehen. l
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SERVICEBOX
WIENER KINOLISTE
Folgende Wiener Kinos haben (zumindest) einen genehmigten
Rollstuhlplatz:
1, Artis - Saal 1
1, Gartenbau
1, Künstlerhaus
1, Metro
1, Opernkino
3, Stadtkino
6, Apollo - Saal 1
9, Votiv Großer Saal
14, IMAX-Filmtheater
Es gibt noch eine Reihe von weiteren prinzipiell
zugänglichen Kinos,
die aber über keinen genehmigten Rollstuhlplatz
verfügen und daher auch
RollstuhlfahrerInnen nicht hineinlassen müssen.
In der Zeitung Falter
ist das Kinoprogramm gekennzeichnet.
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MAUTREGELUNG - NEU
Im Laufe des Jahres 1997 wird es eine Änderung
der Mautbefreiung geben,
die rückwirkend ab 1. Jänner 1997 gültig
sein wird. Voraussetzung ist
dann:
* ein Behindertenpaß des Bundessozialamtes
mit einem Eintrag der
Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher
Verkehrsmittel oder der
dauernden starken Gehbehinderung oder der Blindheit
und
* der Zulassung eines PKW auf den Besitzer des Behindertenpasses.
Bis eine neue Verordnung beschlossen wird, bleibt
die bestehende
Regelung in Kraft. 1997 wird der Betrag noch von
der Mautgesellschaft
refundiert. Ab 1998 sollen die Vignetten von den
Autofahrerklubs
kostenlos abgegeben werden. Die neue Regelung bedeutet,
daß auch
behinderte Menschen, die selbst keinen Führerschein
besitzen, von der
Mautgebühr befreit sind.
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BUNDESLÄNDERFORUM
Flughafen Schwechat
Verbessertes Flughafenservice
Am Flughafen Wien-Schwechat steht seit kurzem ein
Minibus für maximal
zwei RollstuhlfahrerInnen mit Begleitung zur Verfügung.
Die Kosten pro
Wagen betragen für eine Fahrt vom Flughafen
nach Wien je nach Bezirk
zwischen 400 und 600 Schilling. Anmeldungen in der
Ankunftshalle beim
roten ATS-Schalter. Vorbestellungen (auch kurzfristig)
unter Tel.:
0222/7007-5910 (8-23 Uhr), Fax: 0222/7007-5920.
Beratung
Seit Jänner 1997 bieten wir in unserem Zentrum
jeden Mittwoch von 14-16
Uhr Beratung zu dem Themenkreis Beziehung, Partnerschaft,
Sexualität
an. Wir bitten um telefonische Voranmeldung. Außerdem
gibt es einen
Arbeitskreis "Schwul und Behinderung",
Kontakt entweder unter der Tel.:
0222/523 39 03 oder schriftlich: PF 562, 1070 Wien.
Halbjahrestreffen SLIÖ
Alle Jahre zieht der Frühling ins Land und mit
ihm das legendäre
Abtsdorftreffen der Selbstbestimmt Leben Initiative
Österreichs (SLIÖ)
im Gasthof Traschwandter Schneeweiß (Reservierungen
unter Tel.:
07666/7721)
Wir treffen uns am Wochenende vom 24. bis 26. April
1997. Beginn auf
allgemeinen Wunsch am Freitag um 20.30 Uhr pünktlich,
Ende am Sonntag
um 13 Uhr. Besonders interessant diesmal: Ein Vertreter
der
Selbstbestimmt Leben Bewegung aus Deutschland.
Nähere Informationen erhalten Sie bei: Wolfgang
Mizelli, Tel.: 0316/35
69 01, Email: woolf@magnet.at
Psychodrama
Jahresgruppe für behinderte und nichtbehinderte
Menschen
Zielgruppe: Menschen, die sich mit ihrer eigenen
Behinderung
auseinandersetzen wollen; Menschen, die beruflich
mit diesem Thema
konfrontiert sind.
Anmeldung: Frau DSA Ingrid Erkinger (Tel.: 0222/983
24 26),
Psychotherapeutin und Gesundheitspsychologin
Klagenfurter Uni
Es ist wieder einen großen Schritt weitergegangen:
Die Universitätsbibliothek (UB) in Klagenfurt
verfügt nun als einzige
Bibliothek in Kärnten auch über einen Leseplatz
für Blinde und
Sehbehinderte.
Dieser ist mit Scanner, Großbildschirm, Vergrößerungssoftware,
Braille-
und Sprachausgabe ausgestattet. Da sich die UB als
öffentliche
Einrichtung versteht, kann diese auch von Nicht-Studierenden
genützt
werden. Eine Einschulung ist nach terminlicher Vereinbarung
möglich.
Interessenten werden gebeten, sich beim Betreuer
des Leseplatzes, Dr.
Jele (Tel.: 0463/2700-273) zu melden oder beim Behindertenbeauftragten
Herbert Kaiser (Tel.: 0463/2700-274). Neben dem Leseplatz
steht auch
ein Bildschirmlesegerät in der Bibliothek zur
freien Verfügung.
Tanz - Performance
Bilderwerfer und Gäste laden zum Bade:
"Das Bad, welcher Art es auch sei, hat mit der
Pflege des Körpers zu
tun."
(Siegfried Giedeon)
Zu sehen am 7. März 1997 um 20 Uhr, 21.30 Uhr
und 23 Uhr, simultan und
anschließend Fest in der ehemaligen Sargfabrik
(Verein für integrative
Lebensgestaltung), Goldschlagstraße 169, 1140
Wien, Tel.: 0222/988 98
112
Informationen zu den Bilderwerfern erhältlich
unter Tel.: 0222/212 09
05 oder
Email: bilderwerfer@blackbox.ping.at.
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IMPRESSUM
Herausgeber, Medieninhaber:
BIZEPS-Behindertenberatungszentrum, Zentrum für
Selbstbestimmtes Leben,
Kaiserstraße 55/3/4a, 1070 Wien
Telefon: 0222/523 89 21, Fax: 0222/523 89 21-20
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und wird kostenlos
oder gegen eine freie Spende abgegeben.
Für den Inhalt verantwortlich:
Martin Ladstätter (Redakteur), Annemarie Srb-Rössler
(Obfrau), weitere
AutorInnen dieser Ausgabe: Kornelia Götzinger,
Mag. Monika Haider,
Herbert Kaiser, Mag. Michael Krispl, Wolfgang Mizelli,
Dr. Volker
Schönwiese, Helmut Spudich, Manfred Srb, Grafiken:
Europäisches
Währungsinstitut (1), Christian Polster (8)
Mitgliedschaften: BIZEPS ist Teil
* der Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich
(SLIÖ) und
* des Europäischen Netzwerkes für Selbstbestimmtes
Leben (European
Network on Independent Living-ENIL).
Diese Publikation wurde aus Mitteln des Familienministeriums
gefördert.