"Peer Counselling" ist ein Konzept, das die Unterstützung
von Menschen durch gleichartig Betroffene (Peers) meint. Es stammt
aus den USA, wo es eine praktische Form ist, mit der die "Centers
for Independent Living" (CIL) arbeiten.
Hier in Deutschland wurde Peer Counselling 1982 beim VIF-Kongreß
vorgestellt. In dessen Folge wurde mit Unterstützung der
Robert-Bosch-Stiftung ein Modellprojekt "Autonom Leben"
gestartet, aus dem später die ISL hervorging.
Andererseits gibt es Aktivitäten, die schon lange bestehen
und nun mit ISL zusammenkommen - ein Beispiel ist die Beratung
behinderter StudentInnen, ein anderes unsere Stützpunkt-Arbeit.
Die ISL bzw. ihr "Bildungsinstitut" Bifos hat ein Schulungsprogramm zum Peer Counseller gemacht, und die ersten Peers haben diese Ausbildung abgeschlossen.
Daraufhin startete einer der Ausbilder, Lothar Sandfort, über die DeVg eine Umfrage bei den Kliniken, ob sie nicht Peer Counseller einbeziehen wollen - ich halte das für eine recht unverblümte Methode, für die Peers mit Abschluß Arbeit zu schaffen.
Allerdings wurde dabei nur am Rande über die Fördergemeinschaft gesprochen und die Einbeziehung von FGQ oder Stützpunkten verworfen. Das scheint weniger inhaltlich begründet als vielmehr verbandsegoistisch. Ich habe daraufhin Lothar Sandfort am 4.7.96 angeschrieben. Er antwortete im August und legte ein paar Unterlagen bei. In seinem Brief kamen dann Sätze vor wie
- "Die FdQ-Gruppen erschienen uns sehr ausgebrannt und von nichtbehindertem Klinikpersonal bestimmt."
- "Den Ton im Paraplegiker gegenüber den Reha-Oberen empfinde ich manchmal erstaunlich widerspenstig, die Orientierung an dem Reha-Ideal 'Die Behinderung überwinden' aber noch sehr deutlich"
Eine Begründung für solche Unterstellungen blieb er
mir schuldig, auf meinen nächsten Brief habe ich bis heute
keine Antwort.
Hannes Heiler, 7.10.96