von Ottmar Miles-Paul und Uwe Frevert
vom Behindertenverband Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben
in Deutschland - ISL e.V.
"Selbstbestimmung Behinderter" - ein Begriff, der sich waehrend der letzten Jahre zunehmender Beliebtheit im Sprachgebrauch der Behindertenarbeit und -politik erfreut und immer breitere Anwendung findet. Von der "Selbst bestimmung Behinderter" wird mittlerweile nicht nur in den unterschiedlichsten Konzeptionen und Veroeffentli chungen von Behoerden, Ambulanten Diensten oder von Anstalten und Sonderschulen gesprochen, der Begriff gehoert inzwischen auch zum Repertoire der Sonntags reden von PolitikerInnen und "Wohltaetern" fuer Behinderte, durch den das Althergebrachte meist lediglich in neuen Kleidern der Oeffentlichkeit und den Geldgebern praesentiert wird.
Andererseits ist dieser Begriff aber auch das Markenzeichen einer neuen sozialen Bewegung von behinderten Menschen, die unter dem Ziel der "Selbstbestimmung Behinderter" selbstbewusst, stolz und zielstrebig fuer ihre Buergerrechte eintritt und einen laengst ueberfaelligen radikalen Wandel der in weiten Bereichen aussondernden, entmuendigenden und von den Normen Nichtbehinderter gepraegten traditionellen Behindertenarbeit und - politik einfordert. Ottmar Miles-Paul und Uwe Frevert vom Behindertenverband Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland - ISL e.V. - werden diese Bewegung und die von ihr gepraegten Zentren fuer selbstbestimmtes Leben Behinderter vorstellen und eine Einschaetzung ueber deren Arbeit und Zukunft abgeben.
Geschichte der Bewegung
"Behinderung ist kein Schicksal, kein medizinisches Problem,
sondern ein Problem politischer und persoenlicher Macht, vor allem
aber eine Frage des Bewusstseins." Adolf Ratzka
Waehrend der letzten Jahre wurden unter dem Markenzeichen der
"Selbstbestimmung Behinderter" alternative Beratungs-
und Unterstuetzungskonzepte von behinderten Menschen entwickelt,
die mittlerweile eine breite Anwendung in Beratungs- und Dienstleistungszentren
finden, die von Behinderten fuer Behinderte aufgebaut und betrieben
werden - den Zentren
fuer selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsLs). Die Angehoerigen
dieser Bewegung blicken auf eine ueber 30jaehrige Geschichte zurueck,
die ihre Urspruenge in der "Independent Living Bewegung behinderter
Menschen" findet, die mittlerweile international verbreitet
ist und ihre Anfaenge und staerkste Akzeptanz in den USA findet.
Der zusehens um sich greifende Paradigmawechsel in der Behin
dertenarbeit und -politik - weg von der entmuendigenden, aus sondernden
und oftmals diskriminierenden "Fuersorge" fuer Behinderte,
hin zur Ermaechtigung zum eigenverantwortlichen Management der
eigenen Angelegenheiten und zur Einforderung der Buergerrechte
von behinderten Menschen - schreitet stetig voran und ist
sowohl erklaertes Ziel, als auch einer der groessten Erfolge dieser
Bewegung. Der Begriff der "Selbstbestimmung Behinderter"
waere ohne diese internationale Bewegung behinderter Menschen
schlichtweg eine Worthuelse wie viele andere im Sprachgebrauch
der Behindertenpolitik, die ueber Behinderte anstatt von behinderten
Menschen gepraegt wurden.
Das Jahr 1962 wird in den meisten Publikationen zum Thema Independent
Living behinderter Menschen als ein Schluesseljahr der US amerikanischen
Independent Living Bewegung bezeichnet (vgl. DEJONG, 8; LEVY,
3 und PFAFF, 12). Der an allen vier Extremitaeten gelaehmte und
auf eine eiserne Lunge angewiesene Edward Roberts erkaempfte sich
in diesem Jahr trotz erbitterter Widerstaende der kalifornischen
Rehabiliationsbehoerden und der Universitaet von Kalifornien
in Berkeley den Zugang zum Studium an der renommierten Universitaet
in Kalifornien - "wir haben es mit Krueppeln versucht und
es hat nicht funktioniert" (LEVY, 3), so der Dekan der Universitaet
damals. Diesem Durchbruch - zuvor war es fuer Schwerbehinderte
fast unmoeglich an einer amerikanischen Universitaet zu
studieren - und seinem positiven Rollenvorbild folgten in den
darauffolgenden Jahren immer mehr Behin derte und schrieben sich
in den unterschiedlichsten Universitaeten der USA ein.
Beeinflusst durch die Aktivitaeten der Buergerrechtsbewegung der
Schwarzen und der Studentenbewegung der spaeten 60er Jahre erkann
ten damals viele behinderte US-BuergerInnen, dass ihre Schwierigkeiten
weniger auf ihre individuellen Schaedigungen zurueckzufuehren
und keine Sache der Wohlfahrt sind, sondern hauptsaechlich das
Resultat der vielfaeltigen gesellschaftlichen Diskriminierungen
darstellen, die nicht laenger
akzeptiert werden koennen. Die Erkenntnis, dass wir weniger behindert
sind, als dass wir behindert werden, die gleichzeitig ein Initial
zuender fuer eine sich im Laufe der folgenden Jahre langsam aber
stetig ausweitenden Behindertenbewegung war, bewirkte eine Vielzahl
von
Aktivitaeten und Protesten behinderter Menschen in den USA, die
die Gesetzgebung erheblich beeinflussen sollten.
Die mittlerweile ueber 300 "Centers for Independent Living" (Zentren fuer selbstbestimmtes Leben), deren erstes und bekanntestes 1972 von den behinderten AktivistInnen in Berkeley gegruendet wurde und die in der Regel von behinderten Menschen selbst geleitet und betrieben werden, fungierten nicht nur als wichtige Basis fuer die Durchsetzung der US amerikanischen Anti-Diskriminierungsgesetze fuer Behinderte, sondern trugen durch eine gezielte Beratung und Unterstuetzung von Behinderten fuer Behinderte erheblich zur Ermaechtigung und Befaehigung (Empowerment) von behinderten Menschen bei. So arbeiten behinderte Menschen heute in den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der USA und bestimmen die Behindertenpolitik des Landes massgeblich mit. Die rollstuhlbenutzende Judith Heumann, eine der bekanntesten VertreterInnen der amerikanischen Independent Living Bewegung, fungiert zum Beispiel seit 1993 als Staatssekretaerin im Bildungsministerium der USA und ist dort u.a. fuer die schulische Integration und die Foerderung der Centers for Independent Living zustaendig.
Auch wenn ueber vielen Bereichen der US amerikanischen Sozialpolitik
noch dunkle Wolken haengen und behinderte Personen dort noch mit
erheblichen Schwierigkeiten zu kaempfen haben, ist es der dortigen
Independent Living Bewegung gelungen, eine Vielzahl von positiven
Veraenderungen und vor allem viele ihrer Buergerrechte zum Teil
gegen erhebliche Widerstaende durchzusetzen und zum gesellschaftlichen
Konsens werden zu lassen.
Eine Welle schwappt ueber
Aehnlich wie in den USA und vielen anderen Laendern bildeten sich auch in der BRD Ende der 60er Jahre Initiativen von behinderten und nicht behinderten Menschen, die sich von den traditionellen Eltern- und "Expertenorganisationen" abloesten und nicht laenger die Objekte von Bevormundung, Betreuung und Wohltaetigkeit sein wollten (vgl. MAYER, 165).
Immer mehr behinderten Menschen wurde damals bewusst, dass viele
derjenigen, die nicht muede wurden und immer noch nicht muede
werden, vorzugeben, dass sie "ja nur das Beste fuer die Behinderten"
wollen, ihre Interessen oft missachten und sogar mit Fuessen treten.
Waehrend sich die meisten dieser damals gegruendeten Clubs anfangs
hauptsaechlich der
gemeinsamen Freizeitgestaltung von Behinderten und Nichtbehinderten
widmeten, gruendeten sich waehrend der 70er Jahre immer mehr Initiativen
behinderter Menschen mit eindeutigen politischen Zielrichtungen
und entsprechenden Aktivitaeten.
Die Volkshochschulkurse fuer
Behinderte und Nichtbehinderte, die von dem nichtbehinderten
Sozialarbeiter Ernst Klee
und dem behinderten Sozialarbeiter Gusti Steiner mitte der 70er
Jahre in Frankfurt initiiert wurden, brachten z. B. eine Vielzahl
von politischen Aktivitaeten und Protestaktionen hervor, durch
die auf die Diskriminierungen behinderter BuergerInnen hingewiesen
und Verbesserungen gefordert wurden. Behinderte KursteilnehmerInnen
wollten nicht mehr "dankbar, lieb, ein bisschen doof und
leicht zu verwalten" sein, vielmehr wurde der Begriff einer
emanzipatorischen Behindertenarbeit gepraegt (vgl. BOLL / GueNTER,
30f).
Die Gruendung von Krueppelgruppen, die sich aehnlich wie viele Frauengruppen ausschliesslich aus denjenigen zusammensetzen, die selbst benachteiligt sind, also aus behinderten Mitgliedern, die sich in diesen Gruppen ueber ihre Situation austauschten und politische Aktionen fuer eine Verbesserung ihrer Rahmenbedingungen planten und durchfuehrten, laeutete eine neue Runde in der politischen Bewegung behinderter Menschen in der BRD ein. Mittels dieser Gruppen wurde es vielen Behinderten ueberhaupt erst moeglich, die gesellschaftlichen Normen und die vielfaeltigen Diskriminierungen von BuergerInnen mit Behinderung kritisch zu reflektieren, Solidaritaet zu entwickeln und vor allem vielfaeltige Erfahrungen zu sammeln, sowie durch die uebernahme von Verantwortung, Passivitaet und aengste abzubauen und persoenlich zu wachsen (vgl. REINARZ, 6). Die Proteste anlaesslich des UNO Jahres der Behin derten und die Durchfuehrung des "Krueppeltribunals" Ende 1981 waren neben einer Vielzahl von spektakulaeren Protestaktionen, die in den naechsten Jahren folgten, sowohl wichtige Meilensteine des Zusammen schlusses dieser Initiativen als auch Ausdruck des Emanzipationsprozes ses behinderter Menschen in der BRD (DANIELS ...).
Nachdem einige engagierte behinderte StreiterInnen dieser Buergerrechtsbewegung mit AktivistInnen der internationalen Independent Living Bewegung zusammengekommen waren und mit deren Arbeitsansaetzen und Grundgedanken konfrontiert wurden, wurden mitte der 80er Jahre verschiedene Austauschprogramme organisiert, durch die einigebehinderte Interessierte in die Lage versetzt wurden, sich die Verhaeltnisse in den USA vor Ort anzuschauen. Fortan schwappte ein neuer Wind auf die bundesdeutsche Behindertenbewegung ueber, der nicht nur die Gruendung der ersten Zentren fuer selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsLs) mit sich brachte, die eine umfassende Beratung von Behinderten fuer Behinderte (Peer Counseling) bieten und von behinderten Menschen selbst aufgebaut und betrieben werden, sondern vielen bundesdeutschen AktivistInnen ein positives Rollenvorbild bot, das verdeutlichte, dass sie enorme Veraenderungen erreichen koennen, wenn sie klare Grundsaetze haben, behinderungsuebergreifend zusammenarbeiten und jegliche Form der Diskriminierung, Bevormundung und Aussonderung behinderter Menschen konsequent blossstellen und bekaempfen.
Ein eigener Dachverband wird gegruendet
Den ersten Beratungszentren wie Autonom Leben Hamburg, Selbstbe
stimmt Leben Bremen, die mitte der 80er Jahre gegruendet wurden,
folgten schnell der Aufbau der ZsLs in Koeln, Erlangen und Kassel.
Heute existieren ueber 20 derartiger Organisationen - weitere
Initiativen befinden sich in der Gruendungsphase. Mit dem Aufbau
dieser Bera tungszentren, die sich neben der individuellen Unterstuetzung
der ein zelnen behinderten und nichtbehinderten "KundInnen"
besonders auch fuer die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
fuer behinderte Personen, deren Maengel in der Beratung deutlich
werden, engagieren, entwickelt sich zusehens ein politisches Instrument
fuer den Abbau von Diskriminierungen
und die Einmischung von Behinderten und somit eine langsame, aber
stetige Machtver-schiebung im sozialen Sektor zugunsten behinderter
Menschen. Die laengst ueberfaellige Politisierung der Behindertenarbeit
zugunsten der Durchsetzung der Buergerrechte behinderter Menschen
nimmt somit mit diesem, sich an der Selbsthilfebewegung anlehnenden,
Modell der Unterstuetzung durch behinderte BeraterInnen eine neue
Qualitaet an.
Die Entwicklung eines Netzwerkes von Zentren fuer selbstbestimmtes
Leben Behinderter, das mittlerweile trotz beschaemend geringer
finanzieller Foerderung (vgl. REINARZ) vielfaeltige innovative
Initiativen in Sachen Behindertenpolitik aufgebaut hat und ueber
eine solide Basis von behinderten MitstreiterInnen verfuegt, und
der Wille eines staerkeren gemeinsamen Vorgehens gipfelte letztendlich
in der Gruendung des Behindertenverbandes Interessen-vertretung
Selbstbestimmt Leben in Deutschland - ISL e.V." im Jahre
1990. Dadurch wurde eine Fortentwicklung der bundesdeutschen Selbstbestimmt
Leben Bewegung besiegelt und
formalisiert, durch die die kritischen und kompromisslosen Momente
der bundesdeutschen Krueppel- und Behindertenbewegung mit den
klaren Grundsaetzen und dem pragmatischen Vorgehen der Independent
Living Bewegung vereint wurden, um die Schlagkraft der Bewegung
zu erhoehen.
Mit der Gruendung dieses Dachverbandes der einzelnen Beratungszentren
und Selbstbestimmt Leben Initiativen, in dem lediglich Organisationen
die Mitgliedschaft erlangen koennen, die den europaweit verbreiteten
Kriterien eines "selbstbestimmten Lebens Behinderter"
entsprechen, wonach lediglich Behinderte selbst stimmberechtigte
Mitglieder werden koennen und folglich
auch nur behinderte Persoenlichkeiten die Vorstaende der Organisationen
stellen koennen, verdeutlichte die Selbst bestimmt Leben Bewegung
nicht nur, dass sie es tatsaechlich ernst mit der "Selbstbestimmung
Behinderter" meint, sondern setzte auch einen eindeutigen
Schwerpunkt auf die Foerderung und Ermaechtigung von behinderten
Menschen. Erfahrungen von vielen Behindertenorganisatio nen, in
denen unzaehlige Nichtbehinderte aufgrund ihrer meist besseren
Ausgangsbedingungen und koerperlichen, geistigen oder seelischen
Kapazitaeten oft sehr schnell die Entscheidungsfunktionen und
letztendlich auch die Arbeitsplaetze und somit auch die Macht
uebernommen haben und diejenigen, um die es eigentlich gehen soll,
lediglich eine Nebenrolle spielen und aufgrund der oftmals voellig
unterschiedlichen Interessenslage der nichtbehinderten "BetreuerInnen"
wie eh und je bevormundet und passiv gehalten werden, trugen ebenso
zur Entwicklung dieser strikt anmutenden Kriterien bei, wie die
Erkenntnis, dass behinderte Menschen die besten ExpertInnen in
eigener Sache sind und das Recht und den Raum haben muessen, fuer
sich selbst zu sprechen und zu entscheiden.
Die ISL e.V. unterhaelt heute eine Vielzahl von internationalen Kontakten, ist die deutsche Vertretung der in ueber 110 Laendern agierenden Behindertenorganisation Disabled Peoples International - DPI und unterhaelt eine enge Kooperation mit dem Europaeischen Netzwerk fuer selbstbestimmtes Leben - ENIL, das sich u.a. die europaweite Foerderung der Selbstbestimmung behinderter Menschen zum Ziel gesetzt hat.
Grundsaetze eines selbstbestimmten Lebens Behinderter
Aufbauend auf den internationalen Erfahrungen der Independent Living Bewegung, aber auch aufgrund der zunehmenden Verwaesserung des Begriffes der "Selbstbestimmung Behinderter" durch die traditionelle Behindertenarbeit hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland in Kooperation mit aehnlichen Organisationen in anderen Laendern eindeutige Kriterien entwickelt, die verdeutlichen, was VertreterInnen der Selbstbestimmt Leben Bewegung darunter verstehen und fordern, wenn sie den Begriff der "Selbstbestimmung Behinderter" verwenden.
Entsprechend der in den USA weithin verwandten Definition des Begriffes Independent Living, der ins deutsche mit dem Term "Selbstbestimmtes Leben" eingefuehrt wurde, laesst sich der Begriff der Selbstbestimmung Behinderter im Kern mit der "Kontrolle ueber das eigene Leben, die auf der Wahl von akzeptablen Moeglichkeiten basiert ..." (FRIEDEN ...), definieren. In dieser Begriffsbestimmung sind einige Herausforderungen sowohl an die Behindertenarbeit und -politik, als auch an uns behinderte Men schen selbst enthalten, die sich in den folgenden sechs Grundsaetzen der internationalen Selbstbestimmt Leben Bewegung niederschlagen.
Diese sind:
1. Anti-Diskriminierung und Gleichstellung behinderter Menschen
2. Entmedizinisierung von Behinderung
3. Nicht-Aussonderung und groesstmoegliche Integration in das
Leben der Gemeinde
4. Groesstmoegliche Kontrolle ueber die eigenen Organisationen
5. Groesstmoegliche Kontrolle ueber die Dienstleistungen fuer
Behinderte durch Behinderte
6. Peer Counseling und Peer Support als Schluessel zur Ermaechti
gung Behinderter (DIE RANDSCHAU, 7-11)
1. Anti-Diskriminierung und Gleichstellung Behinderter
Behinderte Menschen werden in den meisten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens trotz vorhandener Loesungsmoeglichkeiten und technischer Hilfsmittel diskriminiert und ihrer Chancengleichheit beraubt. Die Selbstbestimmt Leben Bewegung tritt konsequent gegen jegliche Art der Diskriminierung behinderter Menschen ein und vertritt die Ansicht, dass Behinderung weniger eine Frage der Wohltaetigkeit, sondern vorrangig eine Macht- und Buergerrechtsfrage ist. Dementsprechend fordern wir die Verabschiedung von umfassenden und einklagbaren Gleichstellungsgesetzen auf Europa-, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, durch die die Diskriminierung behinderter Menschen sanktioniert und das in Artikel 3 des Grundgesetzes verankerte Benachteiligungsverbot fuer Behinderte in die Praxis umgesetzt wird.
2. Entmedizinisierung von Behinderung
Aussprueche von Nichtbehinderten, die mit "wir Gesunden"
anfangen, wie sie immer haeufig in Gespraechen ueber Behinderung
getaetigt werden, verdeutlichen, dass Behinderung in der Regel
weitgehend mit dem Begriff der Krankheit gleichgesetzt wird. Fuer
den Alltag von behin derten Menschen bedeutet dies, dass unser
Leben unnoetigerweise von den Normen und Herangehensweisen von
MedizinerInnen und dem zugehoerigen Fachpersonal abhaengig gemacht
und gepraegt wird, obwohl wir meist ueber einen medizinisch stabilen
Gesundheitszustand verfuegen.
Dementsprechend ist auch das bundesdeutsche Begutachter- und Rehabilitationswesen,
sowie fast der gesamte Bereich der Pflege fuer Behinderte nach
dem Motto aufgebaut: "aerzte und BetreuerInnen wissen viel
besser was fuer Behinderte gut ist", so dass die Eigenverantwortung
fuer unser Leben oft auf ein Minimum reduziert wird und wir in
einem sog. Schonraum der Betreuung leben, der in der Regel einen
hohen Grad an Entmuendigung und Bevormundung mit sich bringt und
uns passiv und abhaengig macht. Dementsprechend sind viele Dienst
leistungen und Versorgungssysteme so aufgebaut, dass sich behinderte
KundInnen deren
organisatorischen Rahmenbedingungen anpassen muessen, anstatt
dass sich die Dienstleistungen den Beduerfnissen und Lebensbedingungen
von behinderten Menschen anpassen (vgl. FREH SE, 1991). Diejenigen,
die eine selbstbestimmtere Lebensform waehlen, werden wie das
aktuelle Beispiel der Pflegeversicherung hinsichtlich der Selbstorganisation
der Pflege zeigt, sogar durch geringere Geldleistungen bestraft.
Die Unterstuetzungsdienste der Selbstbestimmt Leben Bewegung foerdern
demgegenueber die Eigenverantwortlichkeit von behinderten KundInnen,
so dass diese mit ihrem Wissen als "ExpertInnen in eigener
Sache", dazu ermaechtigt werden, selbst zu entscheiden, welche
Form der Unterstuetzung eingesetzt werden soll und vor allem in
der Lage sind, die medizinischen
Aspekte ihrer Behinderung soweit wie noetig und moeglich fuer
sich selbst zu ueberblicken (vgl. FREHSE, 1988). Darueber hinaus
fordert die Selbstbestimmt Leben Bewegung im Bereich der Pflege
eine radikale Abkehr von der traditionellen Betreuung hin zur
Foerderung und Finanzierung der eigenverantwortlichen Organisa
tion der Persoenlichen Assistenz, bei der
behinderte Personen ihre AssistentInnen (Pflegekraefte) im Haushalt
anstellen, anlernen, den Dienstplan gestalten, die Entlohnung
regeln und zur Not auch kuendigen. Die Pflegever-sicherung und
die erst kuerzlich beschlossene aenderung des Bundessozialhilfegesetzes
gefaehrden dieses Modell und die ambu lante Unterstuetzung von
Menschen mit einem hoeheren Assistenzbedarf jedoch erheblich und
haben fuer behinderte Menschen, die ihre Hilfen eigenstaendig
organisieren wollen, erhebliche Verschlechterungen mit sich gebracht.
Die medizinische Betrachtungsweise hat zudem erheblich dazu beigetragen,
dass die meisten Behindertenverbaende nach dem Motto "teile
und herrsche" nach medizinischen Gruppen aufgegliedert wurden,
die in der Regel nur sehr wenig miteinander kooperieren, so dass
eine Solidarisierung der Behindertengruppen erschwert und bisher
weitgehend verhindert wurde. Nicht zuletzt aufgrund der Forderung
nach der Entmedizinisierung von Behinderung arbeitet die Selbstbestimmt
Leben Bewegung behin derungsuebergreifend und tritt der Auseinander-dividierung
von Personen mit verschiedenen Beeintraechtigungen strikt entgegen.
3. Nichtaussonderung und groesstmoegliche Integration in das Leben der Gemeinde
Durch Anstalten wie z. B. Sonderkindergaerten, Sonderschulen,
Berufsbildungswerke, sog. "Pflegeheime" aller Coleur,
sowie durch Werkstaetten fuer Behinderte wird das Leben vieler
behinderter Menschen am Rande unserer Gesellschaft unter z. T.
menschenunwuerdigen Bedin gungen (vgl. UNRUH, 9) unter dem Deckmantel
der sog. "Fuersorge" und "Wohltaetigkeit"
gepraegt. Neue und in anderen Laendern laengst erfolgreich und
grossflaechig praktizierte Alternativen zu dieser systematisch
organisierten "Aussonderung Behinderter von der Wiege bis
zur Bahre" finden in Deutschland immer noch nur geringe Anwendung
und werden vor
allem durch eine ungleiche und kaergliche finanzielle Foerderung
unterdrueckt.
Die Selbstbestimmt Leben Bewegung lehnt jegliche Form dieser diskriminierenden
Institutionalisierung von behinderten Menschen ab und fordert
und betreibt den Aufbau von wohnortnahen und bedarfsgerechten
Beratungs- und Unterstuetzungsdiensten, die allen Menschen ein
Leben in einer freigewaehlten Umgebung mit akzeptablen Moeglich
keiten zusichern sollen. Wir fordern daher eine konsequente Verlagerung der finanziellen Foerderung
und somit der Machtstrukturen im Behindertenbereich, weg von der
Finanzierung von aussondernden "Verwahranstalten", die
Behinderte abhaengig halten, hin zu ermaechtigenden, entscheidend
von Behinderten selbst kontrollierten und bestimm ten, wohnortnahen
Unterstuetzungsdiensten, die ein selbstbestimmtes Leben von behinderten
Menschen in der Gemeinde ausserhalb und unabhaengig von Institutionen
jeglicher Art foerdern.
4. Groesstmoegliche Kontrolle ueber die eigenen Organisationen
Mit dem Bewusstsein, dass Behinderung vorrangig eine politische
Frage ist, kann es nicht laenger angehen, dass die meisten Behindertenorganisationen
vorrangig von Nichtbehinderten betrieben, d.h. kontrolliert, gepraegt
und nach aussen vertreten, werden. So wie sich heute jeder Mann
laecherlich machen wuerde, wenn er fuer den Vorsitz einer Frauenorganisation
kandidieren wuerde, muessen auch behinderte InteressensvertreterInnen
ihre eigenen Angelegenheiten benennen und dem entsprechend auch
Verantwortung fuer ihre Organisationen ueberneh men. Saemtliche
Mitgliedsorganisationen der Interessenvertretung Selbstbestimmt
Leben in Deutschland - ISL e.V. - werden von behinderten Menschen
selbst betrieben. Entsprechend wird in diesen Organisationen
nur behinderten Mitgliedern das aktive Stimmrecht zugebilligt
- Nichtbehinderte koennen Foerdermitglieder mit Mitspracherecht
werden und die Bestrebungen der Betroffenen unterstuetzen. Somit
koennen die Vorstandsposten folglich auch nur durch behinderte
Menschen besetzt werden. Darueberhinaus muss die Repraesentation
bei Verhandlungen, Veranstaltungen oder in den Medien ausschliesslich
durch behinderte Personen erfolgen. Erfahrungen mit derartigen
Regelungen zeigen, dass sie erhebliche Auswirkungen auf die politische
Ermaechtigung (Empowerment) von behinderten Menschen haben, da
sie fuer jedes behinderte Mitglied die uebernahme eines gewissen
Grades an Verant wortung bedeuten. Die ISL e.V. setzt sich darueber
hinaus verstaerkt fuer die Bildung von Gruppen von sogenannten
geistig behinderten Menschen ein, die ihre Angelegenheiten selbst
bestimmen und vertreten und sich hierfuer eine selbst gewaehlte
Assistenz suchen, sofern diese noetig ist.
5. Groesstmoegliche Kontrolle der Dienstleistungen fuer Behinderte
durch Behinderte
Fahrdienste fuer Behinderte, die ihren Betrieb um 22.00 Uhr einstellen
und z. T. 14taegige Anmeldefristen fuer einen "Ausgang"
veranschlagen, Ambulante Dienste und Sozialstationen, die ihre
Dienste nur bis 18.00 Uhr erbringen und an Wochenenden gar nicht
zur Verfuegung stellen, Werkstaetten fuer Behinderte, in denen
mehr als 100.000 Menschen mit den unter-schiedlichsten Behinderungen
fuer Hungerloehne - in der Regel ca. 200 - 600 DM monatlich -
arbeiten, sowie eine Vielzahl von Institutionen mit repressiven
Heimordnungen und Praktiken sind Beispiele einer behindertenfeindlichen
Angebotsstruktur fuer Behinderte, die in nahezu allen Bereichen
der Behindertenarbeit vorherrschen. Von den sog. "Klienten"
und "Patienten" wird in der Regel verlangt, dass sie
ihre Beduerfnisse den Arbeitsplaenen und organisatorischen Zwaengen
der Mitarbeiter anpassen, anstatt dass die Dienstleistungen so
konzipiert werden, dass sie sich den Beduerfnissen der behinderten
LeistungsnehmerInnen anpassen und diese als "KundInnen"
betrachtet werden. In keinem anderen Dienstleistungsbereich in
Deutschland hat der Kunde einen so niedrigen Status, wie in der
Behindertenarbeit.
Die VertreterInnen der Selbstbestimmt Leben Bewegung fordern auch
in diesem Bereich eine unverzuegliche Machtverschiebung zugunsten
behinderter Menschen, so dass die Dienst-leistungen fuer behinderte
KundInnen zukuenftig massgeblich von denjenigen, die diese auch
in Anspruch nehmen, kontrolliert und bestimmt werden. Aufgrund
ihrer jahrelangen Erfahrung mit ihrer Behinderung wissen behinderte
KundInnen in der Regel am besten, welche Dienstleistungen sinnvoll
sind und welche Leistung den Erfordernissen am besten gerecht
werden.
Um in diesem Bereich beispielhaft Massstaebe zu setzen, muessen
in den Zentren fuer selbstbestimmtes Leben Behinderter 3/4 der
bezahlten oder ehrenamtlichen Taetigkeiten in der Verantwortung
von behinderten MitarbeiterInnen liegen. Neben den positiven Aspekten,
die diese Regelung fuer die Ermaechtigung Behinderter mit sich
bringt, sind die beschaeftigun-foerdernden Momente fuer Behinderte
ein schlagkraeftiges Argument fuer einen Paradigma-wechsel in
diesem Bereich.
6. Peer Counseling und Peer Support als Schluessel zur Ermaechtigung
Behinderter
Peer Counseling umschreibt die Beratung von Ratsuchenden durch
aehnlich Betroffene und findet in den Zentren fuer selbstbestimmtes
Leben seine Anwendung, indem behinderte BeraterInnen behinderte
Ratsuchende unterstuetzen und beraten. Mit Peer Support wird die
Unterstuetung von behinderten Menschen, die selbstbestimmter Leben
wollen, durch behinderte Co-BeraterInnen und informelle Kontakte
zu Behinderten, die bereits einen bestimmten Grad der Selbstbestimmung
erreicht und selbst einen gewissen Ermaechtigungs-prozess durchgemacht
haben, umschrieben. Erfahrungen der amerikanischen Centers for
Independent Living und den deutschen ZsLs mit diesen Unterstuetzungs
formen zeigen, dass behinderte BeraterInnen mit entsprechender
Qualifi kation oft anhand von eigenen behinderungsspezifischen
Erfahrungen, Fertigkeiten und Wissen, besonders dazu qualifiziert
sind, anderen behinderten Menschen und mitbetroffenen Personen
behilflich zu sein und eine intensivere und effektivere Beratung
zu leisten (vgl. MILES-PAUL, 1990).
Ein zentraler Bestandteil des Peer Counselings und des Peer Supports
besteht darin, dass die BeraterInnen auf eigene Lebenserfahrungen
zurueckgreifen koennen, die nicht vom klassischen Rollenverhalten
gegenueber Behinderten gepraegt sind, das in der Regel durch Inhalte
wie Betreuung, Mitleid, Bevormundung und Fuersorge bestimmt wird.
Die Abgrenzung von den "hilflosen Helfern" (Schmidbauer),
welche das Betroffensein mit "mitleiden" interpretieren,
ist dabei in der Arbeit der Zentren fuer selbstbestimmtes Leben
von zentraler Bedeutung.
Mit diesen Grundsaetzen, die man auch als das paedagogische Ruestzeug
der Selbstbestimmt Leben Bewegung bezeichnen kann, hat diese Bewegung
einen neuen Weg in der Unter-stuetzung behinderter Menschen entwickelt
und beschritten, der in den USA bereits auf breiter Basis erfolgreich
praktiziert und staatlich gefoerdert wird. Die Bandbreite dieser
Unter-stuetzungen, die die Zentren fuer selbstbestimmtes Lebenleisten,
rangiert mittlerweile von einmaligen und prozessbegleitenden
Beratungen, die sich z.T. an einem zielorientierten Gesamtplan
orientieren, ueber die Durchfuehrung von Gespraechs-, Frauen und
Selbsthilfe-gruppen von Behinderten fuer Behinderte, bis zur Foerderung
von informellen Kontakten zum Austausch von Informationen. Dabei
fungieren die behinderten BeraterInnen und Co-BeraterInnen in
der Regel als positive Rollenvorbilder, die anderen behinderten
Menschen signalisieren, dass es moeglich ist, eigenstaendiger
und selbstbestimmter zu leben und Veraenderungen vorzunehmen und
sie aufbauend auf ihren eigenen Erfahrungen auf dem oftmals steinigen
Weg zur Selbstbestimmung unterstuetzen - Moeglichkeiten, die bisher
in der traditionellen Behindertenarbeit straeflich vernachlaessigt
und nicht selten sogar unterdrueckt wurden.
Die gegenseitige Unterstuetzung behinderter Menschen ist nicht
nur das erklaerte Ziel der Bewegung, sondern vor allem wichtigster
Bestandteil des Hilfeprinzips. So findet diese spezifische Beratung
und Unterstuetzung auch unabhaengig von einer Mitgliedschaft in
einem Verband oder von Leistungserbringern statt, die Massnahmen
organisieren, bewilligen oder begutachten, so dass ein gleichberechtigter
und ehrlicher Austausch ermoeglicht wird und somit eher im Interesse
der Betroffenen erfolgen kann.
Ausblick auf die Zukunft
Waehrend der letzten Jahre hat sich die Selbstbestimmt Leben Bewegung
behinderter Menschen und ihre Beratungszentren trotz des erheblichen
Gegenwindes, der z.T. von der traditionellen Behindertenarbeit
und - politik entgegenweht, und der immer drastischer werdenden
Spar massnahmen auch in Deutschland gut etabliert. Durch einen
erhebli chen, meist unbezahlten Einsatz, ist es den InitiatorInnen
und MitstreiterInnen der Bewegung gelungen, intensive internationale
und nationale Kontakte zu PolitikerInnen und Behindertenorganisationen
aufzubauen und sich in der Behindertenpolitik zu etablieren, so
dass sich die Strukturen der traditionellen Behindertenarbeit
langsam aber stetig veraen dern. Dies zeigt nicht zuletzt die
immer breitere Verwendung der von uns gepraegten Ideen und Begriffe
durch traditionelle Organisationen, PolitikerInnen und Institutionen,
auch wenn diese noch erheblich verwa essert werden und von vielem
weit entfernt sind, was wir uns unter der "Selbstbestimmung
Behinderter" vorstellen. So ist die Selbstbestimmt Leben
Bewegung vor allem auch ein Motor fuer Veraenderung, der vor
allem auch andere Organisationen anschiebt.
Nachdem die Selbstbestimmt Leben Bewegung die Phase des Ausprobierens
durchlaufen hat, so dass viele ihrer MitstreiterInnen mittlerweile
selbst einen entscheidenden Ermaechtigungs-prozess durchlaufen
haben, muessen die gewonnenen Kontakte zu Verbaenden, Verwaltun
gen und PolitikerInnen im Sinne dieser Bewegung fortgefuehrt und
ausgebaut werden. Die Gruendung eines Deutschen Behindertenrates,
der von behinderten und chronisch kranken Menschen selbst getragen
werden muss, wird gegenwaertig verbandsuebergreifend vorangetrieben
und ist laengst ueberfaellig.
Um mehr behinderte Menschen dabei zu unterstuetzen und in die
Lage zu versetzen, mehr Verantwortung zu uebernehmen und sich
in die Behindertenarbeit und -politik einzumischen, muss die Fortbildung
von behinderten Menschen ein wesentlicher Schwerpunkt der weiteren
Arbeit sein. Das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten
Leben Behinderter - bifos - hat in diesem Bereich u.a. mit vielfaeltigen
Tagungen und einer Weiterbildung zum Peer Counselor wichtige Arbeit
geleistet, die ausgebaut werden muss.
Ein weiterer und fuer das ueberleben der Bewegung entscheidender Schwerpunkt der zukuenftigen Arbeit besteht darin, eine gesicherte finanzielle Foerderung fuer die Aktivitaeten und vor allem fuer die Arbeit der Zentren fuer selbstbestimmtes Leben zu gewinnen und in den
Machtkaempfen um die Verteilung der Pfruende im Sozialbereich
entscheidend mit zu pockern. Immer mehr behinderte MitarbeiterInnen
sind naemlich nicht mehr bereit, mit Sozialhilfe oder ABM-Stellen
und einem Schulterklopfen fuer die ehrenamtliche Arbeit Vorlieb
zu nehmen, waehrend Milliarden in Einrichtungen fliessen, die
uns nur geringe demokratische Einfluss-moeglichkeiten gewaehren,
uns aussondern, am Rande der Gesellschaft verwahren, abhaengig
machen und passiv halten. Mit der 1994 vollzogenen Gruendung des
Foerderfonds zum selbstbestimmten Leben Behinderter will die Selbstbestimmt
Leben Bewegung einen Gegenfonds gegen die Aussonderung aufbauen,
der u.a. jaehrliche Foerderpreise fuer Selbst-bestimmt Leben
Initiativen verleiht und sich darum bemueht, neue Finanzierungsquellen
aufzutun.
In erster Linie wird sich zukuenftig jedoch die ungleiche und oftmals diskriminierende Beziehung zwischen Professionellen und Ratsuchenden und die Unterdrueckung einer sozialen Gruppe, die bestimmte Dienst leistungen in Anspruch nimmt, um mehr Selbstbestimmung, Selbstaendigkeit und Selbstverantwortung zu erreichen, entscheidend veraendern muessen (vgl.
FREHE, 158).
BOLL, SILLE / GÜNTER, PETER; Geschichte und oeffentlichkeitswirksame
Aktionen der bundesdeutschen Behindertenbewegung. In: INTERESSENGEMEINSCHAFT
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Selbstbestimmtes Leben Initiativen in Deutschland
Access
Arbeit fuer Menschen mit Behinderung
Michael-Vogel-Str. 1b
91052 Erlangen
Tel. 09131/897444
fax: 09131/897449
Arbeitsgemeinschaft fuer ein selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter
Menschen
c/o Verena Miethbauer
Woltmannweg 41
12209 Berlin
Tel. 030/7129821
Autonom Leben
Eulenstr. 74
22763 Hamburg 50
Tel. 040/392555
fax: 040/3907078
Berliner Zentrum fuer selbstbestimmtes Leben
Marienburger Str. 32A
10405 Berlin
Tel. 030/4428031
fax: 030/4428344
Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbst bestimmte Leben Behinderter
- bifos e.V.
Jordanstrasse 5
34117 Kassel
Tel. 0561/72885-40
fax: 0561/72885-29
Forum fuer ein selbstbestimmtes Leben
behinderter Menschen in Frankfurt /M.
c/o Dorothee Mueller
Fleischergasse 12
60387 Frankfurt /M.
Tel. 069/776176
Forum selbstbestimmte Assistenz Behinderter
c/o ZsL Kassel
Uwe Frevert
Jordanstr. 5
34117 Kassel
Tel. 0561/72885-17
fax: 0561/72885-29
E-Mail: frevert@asco.nev.sub.de
Foerderfonds zum selbstbestimmten Leben Behinderter
Luitpoldstr. 74c
91052 Erlangen
Tel. 09131/204898
fax: 09131/205225
Ganzheitliches Bildungs- und Beratungs-zen trum fuer behinderte
Frauen - BiBeZ
Alte Eppelheimer Str. 38-40
69115 Heidelberg-Bergheim
Tel. 06221/10908
Hohenloher Interessengemeinschaft selbstbe stimmtes Leben
c/o Ingeborg Wiemer
Suedstrasse 16
74238 Krautheim
Tel. 06294/336
Institut fuer systemische Beratung Behinderter
Lothar Sandfort
Nemitzer Strasse 16
29494 Trebel
Tel. 05848/1368
fax: 05848/1371
ISL e. V. - Bundesgeschaeftsstelle
Luitpoldstr. 74c
91052 Erlangen
Tel. 09131/204898
fax: 09131/205225
ISL e.V. - Peer Counseling Foerderstelle
Anton-Saefkow-Platz 13
10369 Berlin
Tel. 030/9725053
fax: 030/9725053
ISL e.V. - Pressestelle
Jordanstr. 5
34117 Kassel
Tel. 0561/72885-46
fax: 0561/72885-29
E-Mail: Miles-Paul@asco.nev.sub.de
Netzwerk Artikel 3
Bundeskoordinationsstelle fuer die Gleichstel lung Behinderter
Liebstoeckelweg 14
13503 Berlin
Tel. 030/4364441 fax: 030/4364442
E-Mail: HGH-SI@t-online.de
Phoenix e.V.
Rote-Loewen-Str. 10
93047 Regensburg
Tel. 0941/560938
fax: 0941/561422
SelbstBestimmt Leben Bremen
Ostertorsteinweg 98
28203 Bremen
Tel. 0421/704409
Selbstbestimmt Leben Hannover
Emil-Meyer-Str. 20
30165 Hannover
Tel. 0511/3522521
E-Mail: B.Doerr@LINK-H.han.de
Verbund behinderter Arbeitgeber/innen
Barlachstrasse 28/314
80804 Muenchen
Tel. 089/308 11 68
E-Mail@A.Vega@LINK-M.muc.de
Verein zur Assistenz Behinderter
c/o Barbara Combrink
Bonner Str. 43
51145 Koeln
Tel. 0221/322290
Verein zur Foerderung der Autonomie Behinder ter - fab e.V.
Jordanstr. 5
34117 Kassel
Tel. 0561/72885-0
fax: 0561/72885-29
E-Mail: frevert@asco.nev.sub.de
Zentrum fuer selbstbestimmtes
Leben Behinderter e. V. Erlangen
Assistenzorganisation
Luitpoldstr. 42
91052 Erlangen
Tel. 09131/207591 und 205313
fax: 09131/204572
Zentrum fuer selbstbestimmtes Leben Behinder ter e.V. Erlangen
Beratung von Behinderten fuer Behinderte
Marquardsenstrasse 21
91052 Erlangen
Tel. 09131/205022
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Zentrum fuer selbstbestimmtes Leben Behinder ter Jena e. V.
E.-Schneller-Str. 10
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Tel. 03641/331375
fax: 03641/331375
Zentrum fuer selbstbestimmtes Leben behinder ter Menschen Mainz
Am Zollhafen 8
55118 Mainz
Tel. 06131/618671
fax: 06131/618672
Zentrum fuer Selbstbestimmtes Leben Koeln
Jakobstr. 22
50678 Koeln
Tel. 0221/322290
fax: 0221/321469
Zentrum fuer selbstbestimmtes Leben Nuernberg
c/o Gaby Eder
Dennerstr. 6
90429 Nuernberg 80
Tel. 09 11 / 26 48 74