Das Internet ist schnelllebig - diese Aussage klingt für Insider beinahe wie der sprichwörtliche weiße Schimmel. Dennoch bitte ich zu berücksichtigen, daß zwischen meinen Streifzügen und dem Erscheinen dieses Heftes einige Zeit vergangen ist - und in dieser Zeit wurden manche Seiten ausgebaut, andere wiederum haben eine neue Adresse und wieder andere sind völlig verschwunden. Gerade bei kleineren Web-Sites ist dies häufig - andererseits kann es sich durchaus lohnen, am nächsten Tag noch einen Versuch zu wagen: manchmal blockierte einfach ein Stau auf der Datenautobahn den Zugriff.
So ist der "Ratgeber Behinderung" umgezogen - die neue
Adresse lautet: http://behinderung.org
Auch wenn die Bibliothek von BIDOK ständig erweitert wird, so dauert es doch noch einige Zeit, bis das Internet wirklich eine halbwegs erschöpfende Antwort auf alle Fragen bietet - bis dahin sind ein paar Meter Regalbrett mit Nachschlagewerken noch nicht zu ersetzen.
Kürzlich fragte mich eine Bekannte nach Infos über "Harnableitungssysteme", doch das Ergebnis diverser Suchmaschinen war nicht gerade berauschend.
Immerhin ist der Aufsatz "Urologische Betreuung des frisch
Querschnittgelähmten" aus den "Leitlinien der Deutschen
Gesellschaft für Urologie" (http://gopher.rz.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/urol-001.htm)
als Grundlagen-Info recht brauchbar. Wem es eher um die alltagspraktische
Seite des Themas geht, der ist mit dem " Patientenhandbuch:
Tips zur häuslichen Pflege" der Gesellschaft f. Muskelkranke
besser bedient - http://www.dgm.org/muskelk/als/handbuch/kapt10/inkontin.html.
A propos BIDOK - diese Bibliothek wird permanent ausgebaut, und demnächst werden dort wohl mehr interessante Schriften zu lesen sein als in manchem mittelprächtigen Vereinsbücherregal.
Aber auch der umgekehrte Weg kommt vor: Online-Ankündigungen für papierne Bücher, Broschüren und ähnliches. Typischerweise stehen diese Hinweise dann in Newsgroups. Beispielhaft möchte ich einen österreichischen Hinweis weitergeben:
Zum Thema Selbstbestimmt Leben gibt es die Broschuere "Selbstbestimmt
- Fremdbehindert" mit Beitraegen von Theresia Haidlmayr,
Josef Mikl, Franz-Joseph Huainigg und Juergen Gohde unter http://berg.heim.at/anden/420008/sele.html
(mit Abstracts).
Umfang: 52 Seiten Preis: 100 öS (15 DM) - Bestellmöglichleit
unter http://berg.heim.at/anden/420008/form.html.
Spannend finde ich immer wieder die kleinen,
privaten Homepages. Sie sind vielleicht nicht immer der ganz große
Hit, was den Gehalt an Informationen angeht - aber sie sind manchmal
einfach spannend. So ein Beispiel hat nun Susanne Sturhan abgeliefert
(ihr Screenname: Susiafly) - eine bunte Darstellung ihrer Eigenschaften
und Interessen, und die reichen nun einmal vom Discobesuch über
ihre Gehörlosigkeit bis zum Kickboxen (http://members.aol.com/susiaflyi3/).
Weitere priv. Homepages, einfach kurz aufgelistet:
- "Ich bin Cordula Mietz, 34 Jahre, wohne in Berlin in der Ruhlebenerstraße in einer WG für Behinderte." http://www.kommhelp.de/user/cm/
- Steffi Braun: "L eben mit dem Rolli unterm Hintern" http://www.online.de/home/6614-830/
- Die Rollstuhlbasketballseite von Ralf Schwarz
http://home.t-online.de/home/schwarz.ralf/robaba1.htm
- Andrees Home-Page: "Auf dem Bild links könnte Ihr mich im Urlaub in Dänemark mit Hennings Drachen (bzw. den zugehörigen Schnüren) sehen." http://informatik.uni-bremen.de/~andree/
- Matthias' Homepage: "Zu meiner Person: Ich bin Jahrgang
1956, wohne in Leipzig und habe Mathematik studiert (Universität
Leipzig)."
- unter
http://home.t-online.de/home/03418789698-001/mj1.htm - Matthias
hat ne gute Link-Seite, insbesondere für Tetraplegiker! (mj3.htm)
So mancher Rollifahrer möchte gern ein Auto;
Reinhold Homepage zeigt hierzu eine neue Methode:
SPONSOR WANTED - SPONSOR GESUCHT für MOBIL-WERBUNG !! - Sponsoren
und Spender aufgepaßt - hier finden Sie eine interessante
Art Ihre Werbung zu plazieren - ein ganzes Fahrzeug als Werbeträger
- http://home.t-online.de/home/reinhold.heuwers/
Nun ja, soo neu ist die Idee mit der Finanzierung von Autos als
"rollende Litfaßsäulen" auch wieder nicht,
aber das eine Privatperson sich (pardon: sein Auto) selbst vermarktet
- das war mir doch noch nicht untergekommen.
Bei verschiedensten Gelegenheiten stoße ich auf Firmen -
so die Greifswalder Auto-Firma Weber, eine Niederlassung
der Fa. Haag Rehatechnik http://home.t-online.de/home/weber-greifswald/
;
"Julias Küchenwelt" (Landsberger Allee, 15345
Altlandsberg) gehoerte zu den Ausstellern im "Inteligenten
Haus" auf der REHAbilitation Berlin '98. Ihre Website ist
unter
http://www.vis.de/julias-kuechenwelt zu finden.
HEWI hat nicht nur eine Internet-Page eröffnet, sondern veranstaltet
auch gleich ein "Forum Barrierefreies Leben" und verspricht,
die Infos ins Netz zu stellen (www.hewi.de).
Der Schweizerische Spezialreiseveranstalter Tamam (zu dem auch
die früher selbständige "Zellmer Reisen" gehören)
ist mittlerweile online (www.tamam.ch) und bietet u.a. Infos über
die spanische Hotelanlage "Mar y sol" an.
Die Wahl der Urlaubsziele ist nun mal Geschmackssache; über
die gewünschte Himmelsrichtung und Temperatur läßt
sich trefflich streiten. Wer also nicht so wild auf spanische
Wärme ist, der mag vielleicht lieber Angeln in Schottland.
Auch hierzu ein Verweis:
Urlaub für Behinderte mit Unterkunft, Ferienhaus, Fischen,
Fliegenfischerkurse, Golf etc. unter
http://www.schottland.com/lachs31.htm
Beuthel hat eine Themenseite "Hilfsmittel für die Reise"
http://www.beuthel.de/t-urlaub.htm, und sogar der Flughafen Münster-Osnabrück
-
www.flughafen-fmo.de - hat online "Hinweise für behinderte
Gäste"
unter
http://www.flughafen-fmo.de/511.htm.
Die ASbH (Spina bifida und Hydrocephalus) hat unter vielerlei
nützlichen Infos auch ihrerseits wieder einiges an weiterführenden
Links (unter http://www.asbh.de/links.htm).
Ute und Klaus Herzog, die in der ASbH feste Größen
sind, haben eine "Paper-, Zeitschriften- und Videoliste"
zum Thema Behinderung, Rollstuhl, Sport zusammengestellt, und
diese Zusammenstellung gibt's beim DRS unter http://www.drs.org/kiju_papers.html
Der Club 68 in Hamburg (der älteste Club Behinderter und
ihrer Freunde) feiert gerade sein 30-jähriges - und zum Jubiläum
ging der Club 68 ins Internet.
http://home.t-onlinede/home/club68.Hamburg/homepage.htm ; Fragen
zur PC-Gruppe beantwortet gern Joern Schadendorf.
Die "Interessengemeinschaft der behinderten und nicht behinderten
Studierenden an der Katholischen Universität Eichstätt"
ist zu finden unter
http://www.ku-eichstaett.de/Organe/Konvent/handicap.htm.
An der FH Fulda entstand ein " Online-Lexikon Betreuungsrecht"-
http://www.fh-fulda.de/fb/sw/rat/betreuung/btrn273.htm.
Und beim Juristischen Internetprojekt Saarbrücken (http://www.jura.uni-sb.de)
findet sich die Pressemitteilung des Bundesfinanzhofs Nr. 8 vom
12. Juni 1997 zum Thema "Kosten für den Einbau eines
Fahrstuhls im Wohnhaus eines Behinderten" - http://www.jura.uni-sb.de/Entscheidungen/pressem97/BFH/fahrst.html
Sterbehilfe
Zu den Zeitungen, die ich seit längerem regelmäßig online lese, gehört neben taz, Süddeutsche und der Frankfurter Rundschau auch die ZEIT (www.zeit.de). Das schöne ist: auch hier kann ich mir ein Bookmark setzen und bekomme jeweils das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe. Zwar ist nur ein Teil der Beiträge aus der papiernen Ausgabe im Netz, aber was online steht, ist sehr gut aufbereitet.
In der Ausgabe 32/98 fand ich also einen Artikel über das
Sterbehilfe-Urteil des OLG Frankfurt. Ich kopierte es (zum später
offline lesen) auf meine Platte, und dann schaute ich mir an,
was die ZEIT an Links anbietet. Als erstes gab es die Pressemitteilung
des OLG Frankfurt (http://www.jura.uni-sb.de/Entscheidungen/OLG/sterbhlf.html),
also der Autoren selbst.
Ein weiterer Link führte zu einem Schulprojekt, das das Thema Sterbebegleitung und Sterbehilfe (http://www.dgbv.de/sterbehilfe/index.asp) erfreulich sorgfältig differenziert, eine Seite der Bundesärztekammer (http://www.bundesaerztekammer.de/bak/owa/idms.show?id=101440) und eine weitere vom Hartmannbund(http://www.hartmannbund.de/presse/970003.htm).
Die Ärztezeitung (http://www.aerztezeitung.de/de/htm/net/sterbh/176a0301.htm) publizierte eine "DGHS-Umfrage", und im "Medizin-Forum" gibt es das "Forum medizinische Ethik" (http://www.medizin-forum.de/HyperNews/get/forums/ethik.html) - vor allem letzteres hat es mir angetan; von dort gab es einen Link zum Ärzteblatt auf eine Leserbrief-Diskussion um eine Auseinandersetzung Bauer/Hörster, und an dessen Ende fanden sich weitere Links zum Thema Ethik.
Leider auch unangenehme Dinge finden sich in solchen Zusammenhängen - so Web-Seiten von Hans H. Atrott (http://perso.wanadoo.fr/atrott/)und der DGHS.
Dennoch finde ich es schade, daß nach kurzer Zeit diese
sorgfältig aufbereiteten Informationen nicht mehr erreichbar
sind - die ZEIT stellt eben grundsätzlich nur die aktuelle
Ausgabe online.
Arbeit
- Die Stiftung Blindenanstalt - http://home.t-online.de/home/sba-frankfurt; bietet für blinde und sehbehinderte Menschen elektr. Bücher, Zeitungen und Nachschlagewerke an.
Im Internet hat die SBA eine Stellenbörse JOBLINE für
blinde und
sehbehinderte arbeitssuchende Menschen ( www.jobline.de) gemeinsam
mit
dem Institut der Deutschen Wirtschaft aufgebaut.
Unter dem Titel "Drehscheibe: berufliche Integration"
hat Jörg Kopp eine Homepage eingerichtet - http://www.jkc.de/integration/,
die Informationen zur berufliche Integration behinderter Arbeitnehmer
sammeln will.
Movado weist darauf hin, daß die Informationsstelle
für den Sport
behinderter Menschen in ihrer Datenbank rund
800 Berliner Angebote für Behindertensport unter http://userpage.fu-berlin.de/~berglist/
gespeichert hat. Die Infos enthalten
darüber hinaus auch allgemeine Darstellungen verschiedener
Sportarten sowie die Klassifikation unterschiedlicher Sportler.
Hannes Heiler
Dieses Online-Tagebuch steht - wie auch die früheren Beiträge
- unter BM-Online
(http://www.behinderte.de) mit allen Internet-Adressen bereit;
interessierte LeserInnen brauchen also keine Adressen abzutippen,
sondern nur dort die Links anzuclicken.
7.9.98