Wegen des Umfangs dieser Bibliographie haben wir sie in Abschnitte unterteilt.
Inhaltsverzeichnis
Lebensbedingungen behinderter Frauen
Veröffentlichungen hierzu befassen sich
mit der gesellschaftlichen Situation behinderter Frauen allgemein,
einer Situation, die von der Mehrfachdiskriminierung als Behinderte
gegenüber Nichtbehinderten und als Frau gegenüber Männern
(oder männlich bestimmten Strukturen) geprägt ist.
(Auto)Biographisches, Belletristik
Erfahrungsberichte, Portraits, Erzählungen
etc. bieten einen persönlicheren Zugang zur Thematik an.
Sozialisation behinderter Mõdchen
In Veröffentlichungen zur Sozialisation
wird deutlich, daß behinderte Mädchen schon früh
lernen, ihre Behinderung abzulehnen und ihre Weiblichkeit zu ignorieren.
Neben Analysen finden sich hier auch Konzepte und Berichte der
Sozialarbeit mit behinderten Mädchen.
meint den Themenkomplex, der Behinderung
und weibliches Selbstverständnis (bzw. Weiblichkeitsrolle)
zum Inhalt hat. Kennzeichnend für die neuere Diskussion ist
die Suche nach einer Weiblichkeit jenseits der vorherrschenden
Normen, aufgrund derer behinderte Frauen häufig als geschlechtslose
Wesen angesehen werden. Auch Literatur zum Körperbewußtsein
und zum Verhältnis von 'nichtbehinderter' und 'behinderter'
Frauenbewegung ist hier eingeordnet.
Aufgrund ihrer Randstellung sowohl in der
Behinderten als auch in der Lesbenszene haben lesbische
Frauen mit Behinderung begonnen, sich zu organisieren und zur
Selbsthilfe zu greifen. Ein besonderes Thema ist auch hier das
Verhältnis zwischen nichtbehinderten und behinderten Frauen
bzw. die Forderung, innerhalb der FrauenLesbenZusammenhänge
wahrgenommen und berücksichtigt zu werden.
Für nichtbehinderte Frauen selbstverständliche
Erfahrungen mit Partnerschaft und Sexualität machen behinderte
Frauen seltener. Publikationen in diesem Bereich befassen sich
unter anderem mit den Hintergründen dafür, daß
behinderte Frauen auf dem "Beziehungsmarkt" weniger
Chancen haben als behinderte Männer, oder mit dem Recht behinderter
Frauen auf gelebte Partnerschaft auch in Heimsituationen.
Die Situation behinderter Mütter rückt
erst allmählich ins Blickfeld. Viele behinderte Mütter
haben immer noch dagegen zu kämpfen, daß ihnen die
Kompetenzen für die Kindererziehung abgesprochen werden.
Obwohl wir meinen, daß Mutterschaft und Arbeit im Haushalt
nicht zwangsläufig miteinander verknüpft sind, haben
wir in diese Rubrik auch Veröffentlichungen zum Thema Hausarbeit
mit einbezogen.
Sexuelle Gewalt gegen behinderte Mädchen und Frauen
Die Tatsache, daß Frauen mit Behinderung
häufig als "Neutren" angesehen werden, schützt
sie in keinster Weise davor, Opfer sexueller Übergriffe zu
werden. Nur wird ihren Berichten darüber noch weniger geglaubt,
da "diese Frauen ohnehin niemand anrühren würde".
Der Themenkomplex von Eugenik, Bevölkerungspolitik,
Gentechnik, pränataler Diagnostik und der Form des Paragraphen
218 ist für behinderte Frauen besonders relevant. Denn gerade
bei ihnen werden die Möglichkeiten der Humangenetik genutzt,
um die Geburt behinderter Kinder zu verhindern. Dementsprechend
wird einer Frau mit Behinderung im Gegensatz zu nichtbehinderten
Frauen sehr schnell eine Abtreibung oder sogar Sterilisation nahegelegt.
Unter diesem Stichwort sind Analysen, Forderungen
und Konzepte zur besonderen Situation behinderter Frauen auf dem
Arbeitsmarkt zu finden. Im Vergleich zu behinderten Männern
beispielsweise sind wesentlich weniger behinderter Frauen auf
dem Arbeitsmarkt vertreten.
Ambulante Hilfen, Persönliche Assistenz
Für eine individuelle Lebensführung
ist es notwendig, daß behinderte Frauen Art und Umfang erforderlicher
Hilfeleistungen selber bestimmen können. Dazu gehört
auch das Recht auf gleichgeschlechtliche Assistenz.
Unter diese Rubrik haben wir die Publikationen
über Projekte, Initiativen und Strategien etc. gefasst, in
denen behinderte Frauen gemeinsam für die Durchsetzung ihrer
Bedürfnisse und Grundrechte kämpfen, sich für die
Verbesserung ihrer Lebensbedingungen einsetzen und Stärke
entwickeln vom Selbstverteidigungskurs bis zu frauenspezifischen
Forderungen an Gleichstellungsgesetze.
Anhang:
Bibliotheken, Archive, Literaturdokumentation
Archivliste (beim Koordinationsbüro vorhandene Bücher, Diplomarbeiten etc.)